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Plan für Ausstieg aus Kohle und Verbrennungsmotor gefordert

Seit Jahren wird über die Energiewende diskutiert. Die Erfolge werten Umweltschützer als bescheiden, der CO2-Ausstoß ist noch gestiegen. Es ist Zeit für konkrete und verlässliche Beschlüsse, verlangen Energie- und Umweltforscher von der Bundesregierung.

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Kohlekraftwerk

Der Ruf nach konkreten Daten für Ausstieg aus Kohle und Verbrennungsmotor wird lauter.

(Bild: dpa, Julian Stratenschulte)

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Die neue Bundesregierung hat nach Ansicht des Forschungsverbunds Erneuerbare Energien die große Aufgabe, die vor Jahren beschlossene Energiewende konsequent umzusetzen. "Wir verhaken uns im Klein-Klein. Wir müssen endlich die großen Baustellen angehen", sagte der Sprecher des Verbunds, Michael Nelles, der Deutschen Presse-Agentur. So brauche die Gesellschaft ein verlässliches Datum, wann der Ausstieg aus der Kohleverstromung erfolgt. "Das ist eine große Bremse für die Weiterentwicklung der Erneuerbaren Energien." Nelles ist Inhaber der Professur für Abfall- und Stoffstromwirtschaft an der Universität Rostock.

Bei der Energiewende müsse der Fokus auch stärker als bisher auf Wärme sowie auf die Mobilität gelegt werden, sagte Nelles. "Die Dieselproblematik ist dabei nur ein kleiner Baustein." Die Gesellschaft brauche jetzt ein konkretes Datum zum Abschied des Verbrennungsmotors für Pkw. Dabei wäre 2030 wünschenswert und ambitioniert. "Wenn wir aber jetzt kein konkretes Datum nennen, wird es mit 2040 oder 2050 noch später." Dann würde Deutschland auch in der Automobiltechnik abgehängt. "Die Rückzugsgefechte, die derzeit von der Automobilindustrie veranstaltet werden, führen volkswirtschaftlich zu noch größeren Problemen."

Allerdings wäre es nach Ansicht Nelles für die Autoindustrie wünschenswert, wenn die Entwicklungen der vergangenen Jahre im Dieselbereich noch mit Gewinn in den kommenden Jahren vermarktet werden können. Es sei aber zu erwarten, dass es in der Batterietechnik in den kommenden Jahren sprunghafte Entwicklungsfortschritte geben wird. Damit einhergehend werde die Elektromobilität immer breiteren Raum einnehmen.

Nelles forderte, dass die Energieforschung noch weiter ausgebaut wird. "Das ist die Basis für künftige Lösungen." Es gehe um die Vernetzung der Erneuerbaren Energien von Wind, Solar, Wasser, Biomasse und Geothermie. Nelles zeigte sich davon überzeugt, dass die notwendigen Forschungsgelder im Milliardenbereich vorhanden sind.

"Wenn es Deutschland als eines der reichsten Nationen der Welt nicht hat, wer dann?" Derzeit stecke China massiv Gelder in diesen Forschungsbereich. "Wenn wir von denen nicht überholt werden wollen, dann müssen wir investieren." Der notwendige Umbau des Energiesystems werde umso teurer, je länger er dauert. "Deutschland lebt von Innovation und Technologie und deren Export. Das ist unsere Wohlstandssicherung." Nun sei auch der Zeitpunkt, die bisher vorhandenen wissenschaftlichen Erkenntnisse in großen Pilotprojekten umzusetzen.

(bme)

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