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Röntgenteleskop Chandra beobachtet Planeten-Killer

Das Röntgenteleskop Chandra hat offenbar zum ersten Mal beobachtet, wie ein Stern einen seiner jungen Planeten verschlingt.

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Planeten-Killer: Chandra beobachtet Stern, der wohl einen Planeten verschlingt

Eine künstlerische Darstellung des Sterns mit der Spektralanalyse.

(Bild: Illustration: NASA/CXC/M. Weiss; Röntgenspektrum: NASA/CXC/MIT/H. M.Günther)

Wissenschaftler haben möglicherweise erstmals beobachtet, wie ein junger Exoplanet von seinem Stern zerstört wird. Das berichtet die NASA und verweist auf eine Analyse von Daten des Röntgenteleskops Chandra. Damit habe man den Stern RW Aur A untersucht, der Astronomen seit 1937 Rätsel aufgibt. Alle paar Jahrzehnte wird er dunkler, hellt sich dann aber immer wieder auf. In jüngster Zeit sind diese Abdunkelungen häufiger geworden und halten länger an. Mit Chandra konnten die Forscher nun herausfinden, durch welche Elemente der Stern jeweils verdunkelt wurde.

Demnach wurde die jüngsten Verdunkelungen von dichtem Gas ausgelöst, das um den Stern kreist. 2017 sollen große Mengen Eisen für die Verdunkelung verantwortlich gewesen sein. Das könnte daran liegen, dass zwei Planetesimale (Vorläufer von Planeten) oder junge Planeten kollidiert waren. Wenn einer davon aus Eisen bestanden hat, könnten große Mengen davon ins All geschleudert worden sein und nun in den Stern stürzen. Dann würden wir die Folgen der Kollision beobachten.

Die Wissenschaftler gestehen aber ein, dass auch andere mögliche Erklärungen möglich sind. So könnte in der protoplanetaren Scheibe Eisen gebunden sein, das durch einen äußeren Einfluss befreit wurde. Das könnte durch die Gravitation des nahen Sterns RW Aur B geschehen. Die Forscher wollen den Stern nun weitere beobachten, um herauszufinden, welche Ursachen tatsächlich für die Verdunkelung verantwortlich sind.

Chandra (7 Bilder)

Cassiopeia A

Ein aus Aufnahmen von Chandra, Hubble und Spitzer zusammengesetzte Aufnahme des Supernova-Überrests Cassiopeia A
(Bild: NASA/CXC/SAO)

RW Aur A befindet sich im Taurus-Auriga-Komplex, in dem es viele junge Sterne gibt. Die sind oft von einer rotierenden Scheibe aus Gas und Staub umgeben. Nach gegenwärtigen Theorien halten diese protoplanetaren Scheiben etwa 5 bis 10 Millionen Jahre, bis sich das Material an einigen Stellen so verdichtet hat, dass Planeten entstehen. Die müssen dann aber kein stabiles Planetensystem bilden, sondern können auch miteinander kollidieren und die Überreste von dem Stern verschlungen werden – so wie es bei RW Aur A offenbar passiert ist. (mho)

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