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Planungen für Gnome 3.0

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Die Gnome Shell bringt neue Bedienkonzepte

Das Gnome Release Team hat erste konkrete Planungen für das nächste große Update des Linux- und Unix-Desktops vorgestellt. Gnome 3.0 soll in verschiedenen Aspekten grundlegende Neuerungen bringen.

Zum einen will man die "User Experience" verändern: Die Gnome Shell soll eine völlig neue Art der Interaktion mit dem Rechner erlauben. Statt mit dem gewohnten Panel samt Startmenü und dem Fenstermanager zu hantieren, bietet eine "Activities"-Ansicht die Möglichkeit, Anwendungen zu starten, auf die zuletzt benutzten Dokumente zuzugreifen und die Fenster und Workspaces zu managen.

Gnome Zeitgeist bietet einen neuen Blick auf die eigenen Dateien

Zu dem klassischen Dateimanager Nautilus tritt mit Gnome Zeitgeist ein Tool, in dem man über eine Art Journal auf Dateien, Webseiten, Mails und so weiter zugreift, die man schon einmal geöffnet hatte. Eine Filterung nach Tags und der Art der Datei erlaubt es, schnell die gesuchten Dokumente zu finden. Sowohl die neue Gnome Shell als auch Gnome Zeitgeist sind bereits seit längerem in Entwicklung.

Außerdem wollen die Gnome-Macher die Gnome-Entwicklungsplattform entschlacken und dabei veraltete Funktionen und kaum noch genutzte Bibliotheken entfernen. Dafür sollen neue APIs etwa für 3D-Effekte und Geolokalisierung und bessere Schnittstellen zu Systemfunktionen wie D-Bus hinzukommen. Ein drittes Feld, in dem man aktiv werden will, ist ein besseres Marketing für den Gnome-Desktop. Dazu soll auch eine Überarbeitung der Gnome-Website erfolgen.

Ziel der Planungen ist es, das in einem Jahr fällige Release 2.30 (aktuell ist die Version 2.26) bereits als Gnome 3.0 zu veröffentlichen – allerdings nur, wenn die neuen Entwicklungen bis dahin ausgereift sind. Ansonsten könne man auch ein halbes Jahr länger an Gnome 3.0 arbeiten und auf das Release 2.32 zielen.

In den Planungen für Gnome 3.0 geht das Release Team auch auf die Kritik ein, dem Gnome-Projekt fehle es an einer Vision. Der kontinuierliche Entwicklungsprozess mit neuen Releases alle sechs Monate, so die Autoren, führe dazu, dass die enormen Fortschritte, die Gnome seit der Version 2.0 gemacht habe, in wenig spektakulären Schritten erfolgt sei. Mit den Planungen für Gnome 3.0 gebe es jetzt eine konkrete Richtung für das ganze Projekt. (Oliver Diedrich) / (odi)

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