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Technology Review

Plastikmüll als Rohstoff für 3D-Drucker

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3D-Printer benötigen Rohmaterialien, um den gewünschten Gegenstand aus digitalen Dateien herstellen zu können. Das ist nicht selten teuer, weil es oft vom Gerätehersteller direkt kommt. Dabei werden neben Harzen und Keramikpulvern zumeist verschiedene Kunststoffe verwendet, die insbesondere bei den billigeren Geräten von einer Rolle kommen, um dann über ein Düsensystem angeschmolzen und direkt Schicht für Schicht verarbeitet zu werden.

Der Filabot der kleinen US-Firma Rocknail Specialties will nun dafür sorgen, dass man für den heimischen 3D-Drucker keine nagelneuen und auf Dauer teuren Rohmaterialien mehr kaufen muss, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe. Bei dem Gerät, das der Bastler Tyler McNaney aus Vermont entwickelt hat, handelt es sich um einen Recycling-Roboter für Kunststoffabfälle.

Das System nimmt Teile aus dem Kunststoffmüll wie Plastikflaschen, Waschmittelgefäße oder altes Spielzeug in einer Größe von maximal zehn Zentimetern an und zerhäckselt diese Gegenstände zunächst. Anschließend erfolgt ein Schmelz- und Walz- sowie Extruderprozess. Endergebnis ist eine Rolle Polymerfilament, bei dem die Fadengröße nach vorheriger Einstellung der des gewünschten 3D-Druckers entspricht. Ein Durchmesser von maximal 3 Millimeter ist hierbei möglich. Der Filabot kann mit diversen Thermokunststoffen wie Polyethylen in verschiedenen Varianten (von PET über PE-LD bis PE-HD), ABS und sogar Nylon umgehen, wie McNaney sagt.

Geld für den Bau des Filabot sammelte Rocknail Specialties zunächst bei der Crowdfunding-Plattform Kickstarter – 156 Unterstützer gaben mehr als das Dreifache der benötigten Summe von 10.000 US-Dollar. Aktuell wird die erste Charge an Seriengeräten produziert, die im Sommer auf den Markt kommen könnten. Die Geräte dürften als Bausatz ab 350 Dollar erhältlich sein.

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(bsc)

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