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Plauschen und Tauschen auf der Web-2.0-Konferenz re:publica

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Die zweite re:publica wirft ihre Schatten voraus. Die Veranstalter, das Weblog Spreeblick und die Agentur newthinking communications, haben gut zwei Monate vor dem Start des Stelldicheins der Bloggerszene am 2. April das Programm in "Version 0.5" mit rund 50 Punkten veröffentlicht. Es reicht von Debatten über das Konferenz-Motto "Die kritische Masse" mit dem Schriftsteller Peter Glaser und die Zukunft sozialer Netzwerke bis hin zur Rolle der Öffentlich-Rechtlichen in der digitalen Welt. Die Eröffnungsrede wird Harvard-Professor Viktor Mayer-Schönberger von der John F. Kennedy-School of Government zum verstärkt diskutierten Thema "Nützliches Vergessen – Datenschutz im Web 2.0" halten.

Die Organisatoren wollen die Integration des Internet und neuer Kommunikationsformen in den Alltag der Menschen von verschiedenen Seiten beleuchten: "Web 2.0-Anwendungen entwickeln sich zu Selbstläufern", meinen sie. Damit einher gehe auch die Stärkung der "Fähigkeit der Masse zur Kritik". Thematisch sind die Vorträge und Diskussionsrunden nach verschiedenen Gesichtspunkten angeordnet, die anscheinend über den zu erwartenden Kuschelfaktor der einzelnen Veranstaltung Auskunft geben sollen.

Unter der Rubrik "Plauschen und Tauschen" sollen unter anderem Punkte wie Citizen Video Journalism, Corporate Blogging, E-Partizipation, Plagiarismus 2.0 und Porno 2.0 abgehandelt werden. Beim "Lauschen und Rauschen" geht es um die Krise der Science Fiction als popkulturellem Massenphänomen genauso wie über Utopien, Singularitäten und Marskolonisation sowie rechtliche Fragen des Bloggens. Im Bereich "Machen und lachen" geht es dagegen bei vergnüglichen Runden wie "Domainnamen-Scrabble" einerseits um Unterhaltung, andererseits aber auch um Aktivismus etwa zum Thema Vorratsdatenspeicherung und Verschlüsselung.

Für Gehirnnahrung und die Förderung der "Geschenk-Ökonomie" im Netz soll derweil die Kategorie "Denken und Schenken" sorgen, wobei die Unterscheidung zu den anderen Rubriken hier immer unklarer wird. "Free Culture", Creative Commons, "Advocacy 2.0", Open Source und Open Hardware oder "Wiki-Governance" sind hier einige der behandelten Schlagworte. Besonderen Streitwert sprechen die Veranstalter zudem im Track "Zänken und Kränken" etwa der "Qualitätsdebatte" über das Mit- und Gegeneinander von Blogs und Journalismus, einer Runde mit ARD-Generalsekretärin Verena Wiedemann sowie der Frage zur Kommerzialisierung von Weblogs zu.

Die Tagung findet wie im vergangenen Jahr wieder in der Kalkscheune in Berlin-Mitte statt. Auch beim Eintrittspreis hat sich nichts geändert: Er beträgt regulär 60 Euro, 40 Euro für Blogger, die vorher ein re:publica'08-Banner in ihr Online-Journal integrieren, und 100 Euro pro Person für Vertreter aus Unternehmen. Damit der Kongress über das Web 2.0 auch zu einer Mitmach-Konferenz wird, können den Veranstaltern auch spontan während der drei Tage noch Arbeitstreffen oder Vorträge anberaumt werden. (Stefan Krempl) / (jk)