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Playstation 3 rechnet mit im Kampf gegen Alzheimer

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Sony Computer Entertainment wird am 23. März ein Firmware-Update für die am selben Tag in Europa startende Playstation 3 auf Version 1.6 veröffentlichen, mit dem die Konsole Berechnungen für Folding@Home übernehmen kann. Folding@Home ist ein Projekt zum verteilten Rechnen der Pande Group, der Chemie-Abteilung der Stanford Universität. Berechnet werden Proteinfaltungen, um hinter das Geheimnis von Faltungsfehlern zu kommen, die zu Krankheiten wie Alzheimer, BSE, Huntington, Parkinson und vielen Krebsarten führen können. Das Projekt wurde vor sieben Jahren ins Leben gerufen. Seitdem haben eine Million Rechner mitgewirkt, durchschnittlich helfen rund 200.000 PCs gleichzeitig bei den komplizierten Berechnungen.

Mit der Veröffentlichung der Software für die PS3 rechnen die Wissenschaftler von Pande mit einer Verdoppelung der Rechenkapazität auf einem Schlag. Die Cell Broadband Engine der PS3 erreiche mit der Software rund 100 GFLOP/s und sei damit rund zwanzig mal schneller als ein durchschnittlicher am Projekt beteiligter PC. Demnach würde Folding@Home Berechnungen mit einfacher Genauigkeit durchführen, denn bei der sonst für wissenschaftliche Zwecke üblichen doppelten Rechengenauigkeit ist die PS3-CPU deutlich langsamer. Bereits 10.000 Playstation-3-Konsolen würden die derzeit verfügbare Rechenleistung für Folding@Home verdoppeln.

Neben dem Firmware-Update müssen die Nutzer die kostenlose Berechnungssoftware über das Netzwerk-Menü der Playstation 3 herrunterladen, die rund 200 MByte auf der Festplatte der PS3 in Anspruch nimmt. Danach rechnet die PS3 immer dann an den Faltungen, wenn gerade nicht gespielt oder eine andere Anwendung ausgeführt wird. Sobald eine Berechnung abgeschlossen ist, sendet die PS3 die Ergebnisse an den Pande-Server und holt sich neue Aufgaben. Während der Berechnungen selbst muss die Konsole nicht online bleiben. Jede neue Berechnungseinheit benötigt etwa eine Stunde auf der PS3. Wird die Konsole zwischendurch ausgeschaltet, macht sie beim nächsten Start an der selben Stelle weiter.

Der Anwender sieht derweil eine Animation der Proteinketten, die der RSX-Grafikprozessor berechnet. Mit der Sensorsteuerung des Controllers kann er den Kameraauschnitt verändern und durch die Proteinketten bewegen. Außerdem soll eine Weltkarte angezeigt werden, auf der jede an den Berechnungen beteiligte Konsole mit einem Lichtpunkt angezeigt wird.

Angesichts der hohen Rechenleistung des Cell-Prozessors relativieren sich die Stromkosten für den Betrieb der Konsole. Die Playstation 3 verbraucht im Betrieb rund 180 Watt, wollte man die gleiche Rechenleistung mit herkömmlichen PCs erzielen, so würden diese ein Vielfaches verbrauchen. (hag)