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Playstation 4: Gemischte Spiele-Kritiken aus den USA

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In den USA trudeln die ersten Testberichte zur Playstation 4 ein, die Sony dort am morgigen Freitag in den Handel bringt. Der Tenor über die Technik der Hardware ist allgemein gut: Die Konsole sei schick und leise, der Controller liege gut in der Hand und reagiere präzise. Nur über die Leistungsaufnahme rümpfen manche Tester die Nase: 80 Watt seien es bei ruhendem Hauptmenü, die im Spiel auf bis zu 140 Watt klettern.

Essentiell sei der Download des rund 300 MByte großen Firmware-Updates auf Version 1.5, ohne das die Konsole allenfalls rudimentär funktioniere. Doch auch in diesem fehlen noch zahlreiche Funktionen, die man vom Vorgänger PS3 gewohnt war: So kann die PS4 bislang noch keine MP3s wiedergeben oder DLNA-Streams empfangen, sie spielt zudem keine Audio-CDs oder 3D-Blu-ray-Filme ab. Sony habe sich zum Launch auf die Spielfunktionen konzentriert, heißt es aus dem Unternehmen – Multimedia-Funktionen wollen sie mit weiteren Updates nachreichen.

Exklusive PS4-Launch-Titel (3 Bilder)

Killzone: Shadow Fall

Der Science-Fiction-Shooter Killzone demonstriert die Grafik-Fähigkeiten der PS4, landet spielerisch bei US-Testern aber nur im Mittelfeld. (Bild: Sony)

Aber die Technik ist ja nur Mittel zum Zweck. Es sind die Spiele, weshalb die Fans 400 Euro für ihr neues Spielzeug auf den Tisch legen. Zum Start der PS4 hat Sony drei exklusive Titel im Angebot: Den Ego-Shooter "Killzone: Shadow Fall", das Jump&Run "Knack" und den Arcade-Shooter "Resogun" zum Download. Schaut man sich die Bewertungen aller drei Titel auf Metacritic an, stellt sich schnell Ernüchterung ein: Am besten kommt noch Resogun mit einem Wertungsdurchschnitt von 82 von 100 Punkten weg, Killzone landet mit 74 Zählern (nach 18 Wertungen) im Mittelfeld und Knack strafen die Kritiker mit nur 59 Punkten ab. Vor sechs Jahren feierte die PS3 mit ihren Launch-Titeln "Motorstorm" und "Resistance" mit durchschnittlich 84 und 86 Zählern einen deutlich besseren Einstand.

Angetan sind die Tester von der Grafik. Resogun laufe in Full-HD mit 60 fps und zeige wunderschöne Effekte mit seiner Voxel-Grafik. Ähnliches Lob bekamen die Entwickler Housemarque bereits für den Vorgänger "Super Stardust HD". Resogun sei eine Reminiszenz an den Arcade-Klassiker Defender. Der Spieler fliegt mit seinem Raumschiff auf einem um die vertikale Achse drehenden Zylinder und ballert die von links und rechts heranfliegenden Feinde ab. Das Spiel umfasse lediglich fünf Stages, jede von ihnen in drei Phasen aufgeteilt. Diese seien jedoch unterhaltsam und würden zum mehrfachen Durchspielen und zur High-Score-Jagd einladen.

"Killzone: Shadow Fall" erfreue mit seiner weitläufigen, detaillierten Full-HD-Grafik ebenfalls die Augen, heißt es. Das Spiel laufe überaus flüssig mit 30 fps in der etwa acht bis zehn Stunden dauernden Solo-Kampagne und mit 60 fps auf den zehn Multiplayer-Karten, auf denen der Spieler auch gegen Bots antreten kann. Die Entwickler setzen zumindest in den ersten Abschnitten auf großräumige Level, die der Spieler frei erkunden kann. Eine Drohne gibt ihm taktische Variationsmöglichkeiten. Der Spieler müsse vorsichtig agieren, denn wegen des hohen Schwierigkeitsgrades starben die Tester viele Bildschirmtode. Häufig genannt werden Vergleiche zu Crysis 2 und 3 wie auch Dead Space.

Grafisch weckt die Gestaltung der Level zudem Assoziationen zur Halo-Serie. Allerdings erreiche die Kampagne nicht die Intensität des Vorgängers Killzone 3. So manche Abschnitte seien nur dazu da, die grafischen Möglichkeiten der PS4 zu demonstrieren, wären spielerisch aber eher langweilig, schreibt Kevin VanOrd von Gamespot. So verfalle Killzone mit zunehmender Spielzeit immer mehr zu einem Standard-Shooter. Eine Szene, in der der Spieler schwerelos im All schwebt, sei zwar hübsch anzuschauen, ließe sich aber schlecht steuern. Man merke, dass den Entwicklern Zeit gefehlt habe, die Solo-Kampagne durchgehend auf einem hohen Niveau zu halten. Besser gefiel den Kritikern der Multiplayer-Modus, für den Spieler aber ein Playstation-Plus-Abo für etwa 50 Euro pro Jahr abschließen müssen. Im Unterschied zur PS3 sind solche Partien bei der PS4 nicht mehr kostenlos.

Das von Mark Cerny, dem Chef-Entwickler der PS4, designte Knack fällt bei vielen Testern durch, sie halten das Spiel für "simpel", "linear", "altmodisch" und "unoriginell". Die Kämpfe seien dumpf und monoton, schreibt Tom Bramwell von Eurogamer. Knack spiele nicht in der Liga eines Ratched & Clank oder Mario, sei eher vergleichbar mit einem zweitklassigen Film-Lizenz-Aufguss.

Abseits der Exklusivtitel sind es Umsetzungen von "Assassin's Creed IV" und "Battlefield 4", die US-Kritiker mit 80er-Wertungen bislang noch am ehesten überzeugen. Diese sind aber auch für andere Konsolen und Windows-PCs erhältlich.

In Deutschland verkauft Sony die PS4 ab dem 29. November. Vielerorts seien die ersten Lieferungen schon komplett für Vorbesteller reserviert. Angesichts der gemischten US-Reviews und der noch ausbaufähigen Multimedia-Funktionen sollten sich die übrigen Interessierten aber nur wenig ärgern. Deutlich besser schnitt da dieses Jahr der Vorgänger PS3 ab, für den mit "The Last of Us" und "Grand Theft Auto V" zwei herausragende Titel erschienen, die aber leider wegen der fehlenden Abwärtskompatibilität auf der PS4 nicht laufen. Voll in Fahrt kommt Sonys neue Konsole wohl erst im Laufe des nächsten Jahres. (hag)

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