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Playstation Network teilweise zurück am Netz

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Am vergangenen Wochenende hat Sony sein Online-Spielenetzwerk Playstation Network (PSN) in vielen Teilen der Welt wieder hochgefahren. Unter anderem in den USA sowie in Deutschland werden Anwender nun zunächst zu einem Firmware-Update aufgefordert, anschließend ist ein neues Passwort auszuwählen. Sony verlangt dazu wenigstens acht Zeichen, darunter Buchstaben und Zahlen. Wer besonderen Wert auf Sicherheit legt, sollte allerdings mindestens elf Zeichen eingeben und dabei auch Sonderzeichen verwenden.

Ab sofort wieder verfügbar sind die Kommunikations- und Multiplayer-Gaming-Funktionen des Playstation Network. PSN-Nutzer sollen mit einem "Welcome-Back-Package" aus kostenlosen digitalen Inhalten für die Komplikationen entschädigt werden, dessen Zusammensetzung für deutsche Kunden derzeit noch unbekannt ist. Der Playstation Store ist noch offline; Sony-Entertainment-Chef Kazuo Hirai sagte am Wochenende in einem Videostatement, die Wiederherstellung von Sonys Onlineladen erfolge schnellstmöglich. Bislang hatten die Japaner die Wiedereröffnung des Store für den 31. Mai angekündigt.

Hirai zählte außerdem neuartige Sicherheitsfeatures auf, die das PSN vor weiteren Hackerattacken schützen sollen. Dazu gehörten zusätzliche Firewalls, eine verbesserte Datenverschlüsselung sowie ein Frühwarnsystem. Den japanischen Behörden ist das offenbar nicht genug: Ausgerechnet auf seinem Heimatmarkt wurde Sony vorerst untersagt, das PSN wieder in Betrieb zu nehmen. Ein Mitarbeiter des Wirtschaftsministeriums erklärte, Sony habe am 13. Mai viele der am Anfang des Monats gegebenen Sicherheitsversprechen noch nicht eingelöst, ging allerdings nicht auf Details ein. Zudem habe Sony noch nicht Stellung dazu genommen, wie das Unternehmen Kundendaten künftig effektiv schützen wolle. Eine Sony-Sprecherin teilte dazu mit, ihr Unternehmen arbeite gegenwärtig zusammen mit den japanischen Behörden daran, das PSN auch dort wieder in Betrieb zu nehmen.

Während sich das Online-Spielenetzwerk langsam wieder mit Leben füllt, kommen neue Details zu der für die Abschaltung ursächlichen Hackerattacke im April ans Tageslicht, bei der 77 Millionen Kundendaten entwendet worden sind. So soll die Rechenkraft der Amazon-Serverwolke für den Angriff genutzt worden sein. Das berichtet der Wirtschaftsdienst Bloomberg unter Berufung auf Personen, die mit der Angelegenheit vertraut seien. Ein Amazon-Sprecher wollte das Thema nicht kommentieren. Die Amazon-Wolke war kurz nach der PSN-Abschaltung selbst in Turbulenzen geraten, zahlreiche US-amerikanische Web-2.0-Dienste waren kurzzeitig lahmgelegt. Dabei kam es auch zu einem dauerhaften Datenverlust. (jh)