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Playstation VR: Sony überrascht über gute Verkaufszahlen

Sony hat nach knapp 4 Monaten bereits fast eine Million VR-Systeme für die Playstation 4 verkauft. Oculus und HTC geizen derweil mit offiziellen Zahlen.

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Playstation VR

(Bild: dpa, Christopher Jue)

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Sony hat seit der Einführung der Playstation VR (PSVR) weltweit mehr als 915.000 der Virtual-Reality-Systeme zum Stückpreis von 400 Euro verkauft. Diese ersten Verkaufszahlen nannte Andrew House, Chef von Sony Computer Entertainment, in einem Interview mit der New York Times. Die PSVR wird seit Mitte Oktober als Zubehör für die Playstation 4 angeboten, von der Sony bislang 53 Millionen Geräte absetzen konnte.

Die guten Zahlen hatte House demnach nicht erwartet. Er hatte intern das Ziel ausgegeben, bis April eine Million VR-Brillen abzusetzen. Diese Zahl dürfte Sony bis zum Abschluss des laufenden Geschäftsjahres nun locker übertreffen. Noch immer übersteige die Nachfrage das Angebot, so House. Speziell in Japan sei die Brille schwierig zu bekommen. Die Produktion solle bis April hochgefahren werden. Ab Herbst will Sony die PSVR auch in Lateinamerika verkaufen. Sony hofft, dass zum Ende des aktuellen Konsolenzyklus "eine hohe einstellige Prozentzahl" der PS4-Käufer auch eine PSVR besitzen – das entspräche rund zehn Millionen VR-Brillen.

Die Konkurrenten Oculus und HTC schweigen sich bislang noch über Verkaufszahlen ihrer Brillen Rift und Vive aus, die für 650 Euro beziehungsweise 800 US-Dollar angeboten werden. Die New York Times zitiert eine Studie von SuperData Research, nach deren Schätzungen von der Oculus Rift bislang 243.000 Exemplare und von der HTC Vive 420.000 Geräte verkauft wurden.

Bei der Facebook-Tochter Oculus könnte der weitere Verkauf jedoch ins Stottern geraten. Der Software-Hersteller Zenimax (Bethesda) hat in den USA den Antrag auf eine einstweilige Verfügung eingereicht, nach der Oculus den Verkauf der Rift stoppen soll. Zenimax beschuldigt Oculus, urheberrechtlich geschützten Code von Zenimax einzusetzen. Ein US-Gericht hatte Zenimax Anfang Februar in erster Instanz zu großen Teilen Recht gegeben und Oculus zu einer Zahlung von 500 Millionen US-Dollar verurteilt. Oculus hat angekündigt, das Urteil anfechten zu wollen. Zenimax hält die bislang zugestandene Summe für unzureichend und will ebenfalls weiter Klagen.

Größtes Manko der bisherigen VR-System ist das spärliche Angebot an großen VR-Spielen. Im Januar veröffentlichte Capcom mit Resident Evil 7 eine der ersten Großproduktionen, die sich auf Sonys PSVR komplett in der Virtual Reality spielen lassen. Seit der Veröffentlichung dieses Horror-Adventures habe sich die durchschnittliche Zeit verdoppelt, die PSVR-Besitzer unter ihrer VR-Brille verbringen, erklärte Houser.

Sein nächstes großes eigenes VR-Spiel "Farpoint" will Sony am 16. Mai veröffentlichen. Bei einer Vorabvorführung im November konnte uns der Shooter bereits überzeugen. Er wird zusammen mit einem neuen VR-Aim-Controller in Form eines leuchtenden Plastik-Gewehrs angeboten, das sich auch für andere VR-Shooter nutzen lassen soll. Details zum VR-Aim-Controller will Sony diese Woche auf der Game Developers Conference in San Francisco bekannt geben. HTC, Valve und Oculus wollen dort ebenfalls neue VR-Spiele vorstellen. (hag)