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Pluto, Plutons und Planeten

Die Experten der Internationalen Astronomische Union für Himmelskörper (IAU) diskutieren seit Jahren darüber, ob Pluto tatsächlich ein Planet ist oder ob ihm dieser Status aberkannt werden sollte. Zahlreiche ähnliche und teils größere Himmelskörper wurden in den vergangenen Jahren jenseits des Neptuns entdeckt. Und bei jedem neuen, um die Sonne kreisenden Brocken entbrannte die Debatte darüber, ob es sich um einen zehnten Planeten handle. Auf einer Konferenz der IAU in Prag sollen nun nach Abstimmung drei weitere Objekte zusätzlich zu Pluto zu Planeten ernannt werden. Dabei geht es auch darum, wie groß und wie rund ein Himmelskörper sein muss, um als Planet gelten zu können.

Pluto wurde 1930 von Clyde William Tombaugh entdeckt. Weit weg von der Sonne umkreist er sie auf einer exzentrischen Umlaufbahn. Deutlich kleiner als der Mond, wurde Pluto dennoch als neunter Planet klassifiziert, obwohl er insgesamt wenig Ähnlichkeit mit den acht anderen Planeten hat: Er ist ein eisiger Zwerg, der als Teil eines Vierfach-Systems an den Grenzen des Sonnensystems seine Bahnen zieht.

Pluto ist in jeder Hinsicht eine Ausnahme. Er ähnelt vor allem den größeren und kleineren Planetoiden oder Kleinstplaneten, die im Außenbereich des Sonnensystems, dem so genannten Kuiper-Gürtel, unterwegs sind. Sein enger Begleiter Charon ist rund halb so groß wie er selbst – deswegen vertreten viele Astronomen schon länger die Meinung, die beiden müssten eigentlich als Doppelsystem (mit zwei Monden) eingestuft werden.

Die Experten schlagen nun vor, dass alle neun Planeten ihren Status behalten, aber drei neue dazu kommen sollen: der Asteroid Ceres 8, Charon, der bisher als Plutos Mond galt, und das Kuiper-Gürtel-Objekt 2003 UB313 (Spitzname Xena). Neben den klassischen Planeten sollen diese Objekte zu einer neuen Kategorie von Pluto-ähnlichen Planeten gehören, die deswegen "Plutons" genannt werden sollen.

Allgemein sollen zur Definition eines Planeten – das aus dem Griechischen stammende Wort bedeutet "Wanderer" – zwei Bedingungen vorliegen: Der Himmelskörper muss um einen Stern kreisen, ohne selbst ein Stern zu sein. Und er muss groß genug sein, so dass er durch seine eigene Schwerkraft eine nahezu kreisförmige Gestalt erhält. Sollten die Astronomen den von einer Expertengruppe ausgearbeiteten Vorschlag am Donnerstag annehmen, dann hätte unser Sonnensystem drei neue Planeten mehr, zudem stünde bereits ein Dutzend weiterer Kandidaten auf der Warteliste.

Mehr dazu in Telepolis: (fr)

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