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Pluto-Sonde New Horizons: Überraschend wenig kleine Objekte im Kuipergürtel

Auf Pluto, aber vor allem Charon gibt es auffallend wenige Krater, die von kleinen Objekten geschlagen wurden. Forscher sind überrascht und suchen Erklärungen.

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Krater auf dem Plutomond Charon

(Bild: NASA/JHUAPL/LORRI/SwRI)

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Im sogenannten Kuipergürtel am Rand des Sonnensystems gibt es offenbar weniger vergleichsweise kleine Objekte als anhand der bestehenden Modelle zu erwarten wären. Das jedenfalls haben Astronomen anhand einer Auswertung der Aufnahmen ermittelt, die New Horizons bei seinem Vorbeiflug an Pluto und Charon gemacht hat. Für ihre Studie haben sie die entdeckten Krater analysiert. Die inzwischen eingegangenen Fotos des Kuipergürtel-Objekts 2014 MU69 alias Ultima Thule scheinen das zu bestätigen, ergänzen die Forscher noch.

Der Kuipergürtel umschließt das Sonnensystem außerhalb der Bahn des Neptun und enthält unzählige Objekte. Aufgrund der großen Entfernung ist die Erforschung dieses Gebiets und der dort kreisenden Himmelskörper deutlich schwerer als etwa des Asteroidengürtels zwischen Mars und Jupiter. Die NASA-Sonde New Horizons passierte 2015 den Zwergplaneten Pluto und erreichte damit als erste Mission überhaupt ein Objekt im Kuipergürtel. Anfang des Jahres raste die Sonde dann an Utime Thule vorbei, das nächste Kuipergürtel-Objekt. Jeweils machte die Sonde viele Fotos, die seitdem ausgewertet werden.

Wie Kelsi Singer vom Southwest Research Institute nun erklärt, hat ihr Team die Krater analysiert, die auf der Oberfläche der Objekte zu erkennen waren. Während geologische Prozesse auf dem Pluto diese zwar teilweise verschwinden lassen, könne man anhand der Bilder des Plutomonds Charon weit in die Vergangenheit zurück blicken. Auffällig sei hier ein Mangel von kleinen Kratern, die von Objekten mit einem Durchmesser zwischen 90 Metern und 1,6 Kilometern geschlagen worden sind. Das deute darauf hin, dass im Kuipergürtel weniger dieser Objekte existieren, als bislang angenommen. Erste Analysen von Ultime Thule hätten das untermauert.

Dieser Mangel sei überraschend, ordnet Singer die Entdeckung ein und deute darauf hin, dass die Entstehung und beziehungsweise oder Entwicklung der Himmelskörper im Kuipergürtel anders abgelaufen sei als jener im Asteroidengürtel. Möglicherweise gebe es hier – weiter innen im Sonnensystem – einfach mehr dieser vergleichsweise kleinen Objekte, weil dort häufiger Kollisionen stattfinden, bei denen große Brocken zerschlagen werden. Die Studie wurde im renommierten Fachmagazin Science veröffentlicht

Pluto-Sonde New Horizons (67 Bilder)

Plutos Oberfläche
(Bild: NASA/Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory/Southwest Research Institute)

(mho)