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Pokémon Go: Niantic lenkt im Streit um Pokéstops ein

Der Pokémon-Go-Anbieter hat einen Rechtsstreit beigelegt, in dem es um die Belästigung durch Spieler auf Privatgrundstücken ging.

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(Bild: dpa, Peter Steffen)

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Niantic hat in den USA einen seit drei Jahren schwelenden Rechtsstreit mit zwölf Privatpersonen beigelegt. Sie hatten gegen den Anbieter des VR-Spiels Pokémon Go geklagt, weil sie sich durch Spieler gestört fühlten, die ihre Grundstücke betraten um dort nach Monstern zu jagen. Die Klage war bereits 2016 eingereicht worden. In diesem Jahr erschien das Spiel als App für iOS und Android. Schon bald erreichten die Downloadzahlen Rekorde. Pokémon-Go-Spieler bevölkerten Parks und öffentliche Plätze, aber eben zum Teil auch privaten Grund.

In dem nach wie vor weit verbreiteten Spiel geht es darum, an bestimmten Orten nach virtuellen Spielfiguren zu suchen. Sie suchen häufig Orte in der realen Welt auf, die im Spiel durch sogenannte Pokéstops markiert werden. Befindet sich ein solcher Stop in unmittelbarer Nähe eines Privatgrundstücks, kann das insbesondere zu bestimmten Anlässen dazu führen, dass etliche Spieler sich an oder auch auf den Grundstücken bewegen.

Laut The Register erklärte sich Niantic zur Beilegung des Rechtsstreits nun bereit, ein neues Beschwerdesystem einzuführen. Schon jetzt nimmt der Hersteller Anträge auf Entfernen eines Pokéstops entgegen. Dieses System will soll nun offenbar überarbeitet werden. The Register berichtet außerdem, dass Niantic künftig 95 Prozent der Beschwerden nach spätestens 15 Tagen bearbeiten will. Neue Pokéstops sollen nicht mehr länger in direkter Nachbarschaft von Einfamilienhäusern entstehen, sondern mindestens einen Abstand von 40 Metern haben. Im Fall von Beschwerden will das Unternehmen bestehende Stops entfernen.

Wer sich von einem Pokéstop gestört fühlt, kann bei Niantic online die Entfernung beantragen.

Um den Rechtsstreit beizulegen, zahlt Niantic vier Millionen US-Dollar. Die zwölf Kläger erhalten davon laut dem Bericht jedoch nur einen kleinen Teil, nämlich 1000 US-Dollar; der Rest entfällt auf die Anwaltshonorare. Der Richter hatte zwar Niantics Argumention, dass man nicht für die Handlungen der Spieler verantwortlich sei, nicht akzeptiert, wies aber auch die Beschwerden der Grundstückseigentümer zurück.

Von Anfang an waren die Monsterjäger nicht überall willkommen. So warnte die Bundeswehr intern vor Sicherheitsprobleme durch Spieler. Manche Gedenkstätte sah die Würde des Orts durch Horden von Pokémon-Jägern beeinträchtigt. In einem Bericht der Washington Post äußerte sich beispielsweise der Museumssprecher des Holocaust-Museums in Washington, DC kritisch: "Das Spiel im Museum zu spielen ist nicht angemessen. Es ist ein Ort der Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus." Auch Kirchen reagierten mitunter streng auf die Pokémon-Jagd im Gotteshaus. So drohten einem jungen Russen deswegen fünf Jahre Haft. (dwi)