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Pokémon Go auf dem Rad: Stops abgrasen und Eier brüten

Das Ausbrüten von Eiern führt zu neuen, oft seltenen Pokémon, doch muss man dafür viel laufen. Viele suchen nach Abkürzungen, einige per Fahrrad. Dem hat Niantic letzte Woche einen Riegel vorgeschoben – wir wollten es genau wissen.

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Pokémon Go auf dem Rad: Stops abgrasen und Eier brüten

(Bild: Michael Gaida / G. Himmelein)

Gleich vorweg: Es gäbe diese Meldung nicht, wenn es Forumsteilnehmer havok2 nicht gäbe. Der hatte im Forum zum Erfahrungsbericht re: Vier Wochen Pokémon Go gefragt, ob das Tempolimit des Spiels wirklich noch bei 14 km/h liege. Wer also die Stirn runzelt, dass im Ticker schon wieder was zu "diesem blöden Spiel" steht: Dieser Test kommt by request.

Ein bisschen Hintergrundwissen: Pokémon Go markiert Wahrzeichen und Sehenswürdigkeiten als Pokéstops, an denen man sich Goodies abholen kann, darunter Eier. Die legt man in eine Ei-Brutmaschine (Incubator) und muss dann eine bestimmte Entfernung zurücklegen, damit aus dem Pokéi (Pokégg?) ein Pokémon schlüpft. Das sind meist hochwertige und oft seltene Monsterchen.

Ernst gemeint: Gehe zu Fuß.

Damit Faulpelze ihre Pokémon nicht bequem im Auto ausbrüten, zählt das Spiel die zurückgelegten Kilometer nur bis zu einer bestimmten Geschwindigkeit mit. Vor dem Ersten Großen Update am 31. Juli war Pokémon Go noch recht tolerant, was die Höchstgeschwindigkeit beim Brüten anging.

Anfangs rechnete die App bis zu einem Tempo zwischen 14 und 16 km/h mindestens die Hälfte der zurückgelegten Kilometer an. Bei dieser Geschwindigkeit kann man mit dem Fahrrad bequem durch die Gegend schlenzen und alle paar Kilometer absteigen und nachsehen, ob das liebe Vieh schon geschlüpft ist.

Dann kam das Update und plötzlich meldeten Spieler, dass Pokémon Go auf dem Fahrrad nicht mehr mitzähle. Um Schummlern das Handwerk zu legen, hatte Entwickler Niantic die maximale Fortbewegungsgeschwindigkeit deutlich herabgesetzt. Doch auf welches Limit genau?

Weil sich die schreibende Zunft für nichts zu schade ist, hat sich ein heise-online-Redakteur eigens eine Lenkradhalterung fürs Handy zugelegt, sie neben das Fahrrad-Tacho geschraubt und am Wochenende im Hannoveraner Stadtwald auf einer abgelegenen Strecke mehrere Stunden lang herumexperimentiert.

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Vor jeder Testfahrt galt es, den Tageskilometerzähler auf Null zu stellen und in Pokémon Go unter Pokémon > Eier in der Detailansicht nachzusehen, wieviele Kilometer noch fehlen. Dann fuhr der Redakteur mit einer festgelegten Zielgeschwindigkeit los, mit einem Auge auf dem Weg und dem anderen auf Tacho und eingeschaltetem Handy-Display. Nach je einem Kilometer wurde abgestiegen und verglichen.

Das Ergebnis des ersten Experiments war niederschmetternd: Bei einer Geschwindigkeit zwischen 14 und 16 km/h hatte sich das Ei nicht einmal um 100 Meter weiterentwickelt. Im zweiten Versuch blieb der Redakteur konsequent unter 14 km/h, was schon ziemlich langweilig war. Auch diesen Kilometer ignorierte Pokémon Go weitgehend.

Bei 10 km/h registrierte der Eierzähler immerhin 250 Meter – das war aber wohl darauf zurückzuführen, dass kreuzender Verkehr mit Stützrädern ein kontrolliertes Bremsmanöver bedingte. Also gut... 8 km/h. Hierfür musste sich der Redakteur massiv zusammenreißen: Ein Pedaltritt zu viel reichte, um wieder auf 10 km/h beschleunigen. Nach einem Kilometer kribbelten die Hände und die Handgelenke schmerzten – aber Pokémon Go bestätigte tatsächlich einen Fortschritt von knapp einem Kilometer!

Fazit: Unter den gegebenen Umständen macht es keinen Spaß (mehr), Eier auf dem Fahrrad auszubrüten. Man kann Pokémon Go beim Radeln zwar trotzdem mitlaufen lassen, bekommt aber nur bei Ampeln ein paar Meter angerechnet. Bleibt nur noch schieben ... oder das Rad stehen lassen und spazierengehen, was Niantic ja auch will.

Die neue Fahrradhalterung wird der Redakteur trotzdem nicht abmontieren: Sie ist ideal, um in kurzer Zeit eine große Zahl an Pokéstops abzugrasen und dort Tränke für Arena-Kämpfe einzusammeln (die Roten sind ganz schön hart im Nehmen). Dank des Kugelgelenks kann er das Handy bei Bedarf nach vorn kippen, um den Batteriesparer-Modus zu aktivieren. Fehlt eigentlich nur noch eine zweite Halterung für die Powerbank.

(Ein Witzbold empfahl dem Redakteur, es doch mit Jogging zu versuchen. Hätte Gott gewollt, dass der Mensch joggt, hätte er ihn nicht das Fahrrad erfinden lassen.)

[Update 16.8.2016:] Der Reddit-User "Beastamer" hat seinerseits Experimente angestellt – mit simulierten GPS-Daten. Hierbei kam er er auf eine maximale Geschwindigkeit von 10,5 km/h entlang einer geraden Linie. Ist zum Radeln immer noch zu langsam. [/Update]

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(ghi)

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