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Poker-Website soll Spieler um 440 Millionen US-Dollar betrogen haben

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Die Betreiber der Poker-Website Full Tilt Poker sollen ihre Nutzer von April 2007 bis April 2011 um 440 Millionen US-Dollar betrogen haben. Das geht aus einer nun veröffentlichten Ergänzung (PDF-Datei) der US-Staatsanwaltschaft zu einer Klage gegen das Glücksspielangebot vor einem New Yorker Gericht hervor. Damit wird mehr von dem Hintergrund ersichtlich, der dazu geführt hat, dass Full Tilt Poker seit April dieses Jahres in den USA nicht mehr offiziell erreichbar ist. Die Website hat außerdem Ende Juni auf Betreiben der US-Staatsanwälte ihre Glücksspiel-Lizenz der britischen Kanalinsel Alderney verloren.

Der Full-Tilt-Vorstand, darunter mit Howard Lederer und Christopher Ferguson zwei zumindest in den USA bekannte professionelle Pokerspieler, sollen registrierten Nutzern ihres Online-Angebots versichert haben, dass ihre Einlagen sicher und jederzeit verfügbar seien. Tatsächlich aber seien die Einlagen nicht so abgesichert gewesen, dass alle Nutzer gleichzeitig hätten ausbezahlt werden können. Stattdessen habe sich der Vorstand an dem Geld bedient. In den Augen des New Yorker Staatsanwalts Preet Bharara also eine Art Schneeballsystem unter dem Deckmantel einer Pokerplattform.

Bisher hatten die Staatsanwälte Full Tilt Poker vor allem Bankenbetrug und Geldwäsche vorgeworfen. Die Website ist zwar von Deutschland noch erreichbar, aber Pokerspielen ist über das Angebot nicht möglich. In einer Mitteilung von Ende August heißt es dazu, die US-Regierung habe 115 Millionen US-Dollar der Spielergelder aus US-Banken beschlagnahmt. Außerdem habe einer der Zahlungsabwickler 42 Millionen US-Dollar von Full Tilt Poker entwendet. Weiter versicherten die Betreiber: "Obwohl jedwedes Geschäft dieser Natur unter den jetzigen regulatorischen Bedingungen komplex ist, sollen unsere Spieler wissen, dass Full Tilt Poker vollständig engagiert ist, sie komplett auszuzahlen und das Vertrauen in unser Unternehmen wiederherzustellen." (anw)