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Politiker kritisieren geplante Tagesschau-App

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Medienexperten von CDU, SPD und FDP kritisieren Pläne der ARD, kostenfreie Nachrichten für Smartphones über das Programm Tagesschau-App anzubieten. Eine kostenlose, aber öffentlich-rechtlich finanzierte Applikation führe zu Wettbewerbsverzerrungen gegenüber privaten Anbietern, sagte der medienpolitische Sprecher der FDP, Burkhardt Müller-Sönksen. ARD-aktuell-Chefredakteur Kai Gniffke hatte angekündigt, dass die Anwendung auf Smartphones anders als andere Applikationen (etwa das Angebot der Bild-Zeitung) kostenlos zur Verfügung gestellt werden soll, da sie bereits aus der Rundfunkgebühr finanziert sei.

Inhalte des Web-Angebots tagesschau.de, die man zumindest zurzeit mit üblichen Webbrowsern und gleichfalls kostenlos auch auf Smartphones laden kann, sollen dann ab dem ersten Quartal 2010 auch mittels einer speziellen Smartphone-Applikation abrufbar sein. CDU-Medienfachmann Wolfgang Börnsen sagte laut dem Boulevard-Blatt "Bild", der Alleingang der ARD müsse beendet werden. Die ARD bringe mit dem Gratis-Angebot die Brüsseler Beihilfeentscheidung in Gefahr, was zu Lasten der gesamten Medienbranche ginge. ARD und ZDF gefährdeten die Medienvielfalt, weil sie dabei seien, ein marktbeherrschendes Kartell zu werden. Der Medienexperte der SPD, Lars Klingbeil, forderte gar "eine neue Gebührenordnung, die dem digitalen Zeitalter und dem Leserverhalten jüngerer Konsumenten gerecht wird."

Die deutschen Verleger und Privatsender hatten auf breiter Front gegen die ARD-Ankündigung protestiert. Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ), der Verband Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT) sowie die Axel Springer AG, bei der "Bild" erscheint, kritisierten das Vorhaben im Laufe der Woche scharf. (dpa)/ (dz)