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Politische Werbung bei Facebook: Nutzer sollen mehr Kontrolle bekommen

Statt politische Werbung zu verbannen, will Facebook mehr Kontrolle und Transparenz bieten. Die Werbebibliothek bekommt neue Funktionen.

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(Bild: dolphfyn/Shutterstock.com)

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Die Werbebibliothek von Facebook bekommt mehr Informationen: So soll den Nutzern noch mehr Kontrolle gegeben und mehr Transparenz geschaffen werden. Bisher zeigte das soziale Netzwerk dort nur an, wer eine Anzeige geschaltet hat. Bei politischen Parteien wurde auch bereits offengelegt, wie viel die jeweiligen Seitenbetreiber investieren.

Neu ist, dass Nutzer bald sehen können, wie viele Menschen Werbende aus den Bereichen Politik und Soziales mit einer Anzeige erreichen wollen. Die Suchfunktion innerhalb der Werbebibliothek ist laut Facebook verbessert worden. Man kann künftig nach exakten Satzteilen oder ähnlichen Anzeigen suchen. Nutzer können festlegen, dass sie Anzeigen, die über eine bestimmte Custom Audience ausgespielt werden, nicht mehr angezeigt bekommen wollen. In der Auswahl, welche Werbung man grundsätzlich weniger sehen möchte, kann man nun auch politische Anzeigen angeben. Die neuen Funktionen kommen im ersten Quartal des Jahres.

In dem Blogbeitrag von Facebook schreibt der zuständige Produktmanager, Rob Leathern, erneut, wie das Unternehmen grundsätzlich zu politischer Werbung steht: Man wolle nicht eingreifen. Viele Interessensgruppen seien abhängig von der Reichweite, die sie über Facebook erreichen – ihnen würde man schaden. Das Unternehmen, allen voran Mark Zuckerberg, glaubt, man würde durch Kontrolle gegebenenfalls die Meinungsfreiheit einschränken. Regulierungen dürfen zudem nicht ein einzelnes privatwirtschaftliches Unternehmen treffen.

Für den Umgang mit Politiker-Posts kritisierten sogar Facebook-Mitarbeiter ihren Arbeitgeber öffentlich. Im Dezember zeigte ein Bericht von Stratcom, wie einfach es ist, sich eine Art gefälschter Meinungsmacht in den sozialen Netzwerken zu kaufen. Trotz der anhaltenden Diskussionen, wächst Facebook und zeigt insgesamt sogar mehr Werbung an.

(emw)