Polizei ermittelt weiter gegen Hamburger Dialer-Inkasso

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Seit Ende letzten Jahres erhielten Internetnutzer aus dem gesamten Bundesgebiet Rechnungen von Abrechnungsgesellschaften aus Hamburg, weil sie angeblich über das Internet ein Monatsabonnement für die Nutzung von Sex-Webseiten vertraglich vereinbart hätten. Die Rechnungen beliefen sich auf Beträge von 49 bis hin zu 69,90 Euro.

Weil bei der Hamburger Polizei massenhaft Strafanzeigen wegen Verdachts des gewerbsmäßigen Betruges eingelaufen waren, hatte die Staatsanwaltschaft im Juni 2004 beschlossen, eine spezielle Einsatzgruppe des LKA zuschlagen zu lassen. Mit zwei großangelegten Durchsuchungseinsätzen im Juni und August diesen Jahres habe man zunächst die weitere Tatausführung zweier Hamburger Abrechnungsgesellschaften beendet, hieß es. Zwei Täter seien vorläufig festgenommen und 80 Rechner sichergestellt worden.

Nun zogen die Ermitter eine Zwischenbilanz: Mittlerweile seien durch die Ermittlungsgruppe mehr als 6500 Strafanzeigen bearbeitet worden. Die Spuren führten dabei vornehmlich ins Ausland, da es sich um international agierende Tätergruppierungen handele. Da nicht auszuschließen sei, dass die Täter auch nach dem massiven Auftreten der Polizei in Hamburg weiterhin versuchen könnten, unter neuer Firmierung ihre Rechnungen ohne Rechtsgrund zu verschicken, riet die Polizei Internet-Anwendern, die sich noch mit einem herkömmlichen Modem einwählen, "ihre Sicherheitseinstellungen auf 'hoch' zu setzen" und derartige Rechnungen auf keinen Fall zu begleichen. (hob)