Polnisches Studio baut Tschernobyl für VR nach

Im April 2016 erscheint mit dem Chernobyl VR Project ein interaktives VR-Erlebnis für Oculus Rift und Co. Ein polnischer Spieleentwickler hat dafür die Zone rund um den zerstörten Atom-Meiler per 3D-Image-Scanning nachgebaut.

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Das Chernobyl VR Project soll es ermöglichen, Tschernobyl und Pripyat gefahrlos zu besuchen.

(Bild: The Farm 51 (Screenshot aus Präsentationsvideo))

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Wagemutige können seit einigen Jahren Touren zum ukrainischen Atom-Meiler Tschernobyl buchen. Die Reststrahlung im Gebiet um das 1986 zerstörte Atomkraftwerk sorgt jedoch für ein gewisses Restrisiko. Dank Virtual Reality soll im kommenden April püntlich zum 30. Jahrestag der Katastrophe ein Spaziergang in Tschernobyl ohne Gefahr möglich werden.

Der polnische Spieleentwickler The Farm 51, der bislang durch den Ego-Shooter "Painkiller: Hell & Damnation" oder das Action-Adventure "Deadfall Adventures" auf sich aufmerksam machte, will für sein Chernobyl VR Project die Umgebung um die verlassene Stadt Pripyat mit 3D-Image-Scanning nachbilden.

YouTube-Trailer zu dem Projekt

In einem Video zeigen die Macher, wie sie die Region um Tschernobyl mit 3D-Kameras, Drohnen und klassischen Fotoapparaten katalogisiert haben. Die am Rechner entstandenen 3D-Umgebungen sollen dem Zuschauer das Gefühl geben, dass er sich tatsächlich am Ort der Katastrophe befindet. Nutzer sollen sich in der Szenerie umschauen können; ob sie auch herumlaufen können, bleibt jedoch unklar.

Die Macher beschreiben ihr Projekt zwar als VR-Dokumentarfilm, im Video sind aber auch eingespielte Geister oder bewaffnete Frauen zu sehen, die das Erlebnis auflockern sollen. Möglicherweise ist das Chernobyl VR Project auch als Videospiel gedacht.

Die ehemals 50.000 Einwohner große Stadt Pripyat, die nach der Explosion im Kraftwerk evakuiert wurde, ist ebenfalls Teil des Chernobyl VR Project. Die VR-Erfahrung soll am 26. April 2016 für Oculus Rift, Samsungs Gear VR und Sonys PlayStation VR erscheinen.

(anw)