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„Polygener“ Gentest auf Brustkrebs-Risiko soll sicherer sein

Ein negatives Ergebnis bei bisherigen Tests auf Brustkrebs-Mutationen ist keine echte Entwarnung, weil auch andere Faktoren die Krankheit verursachen können. Ein US-Unternehmen bietet jetzt eine aussagekräftigere Alternative an.

Genetik-Unternehmen Myriad Genetics vermarktet „polygenen“ Test auf Brustkrebs-Risiko

(Bild: Myriad Genetics)

Als Angelina Jolie im Jahr 2013 erklärte, sie habe sich wegen einer riskanten Gen-Mutation die Brüste amputieren lassen, ließ sich eine Welle von Frauen ebenfalls auf Mutationen bei den Genen BRCA1 und BRCA2 testen. Wenn diese Tests negativ ausfielen, war das allerdings keine echte Entwarnung, denn die Einzelmutationen liegen nur bei 10 Prozent der Frauen mit einer Brustkrebs-Historie in der Familie vor. Das Unternehmen Myriad Genetics, das damals auch Jolie getestet hatte, bietet deshalb jetzt einen neuen Test an, mit dem stattdessen anhand einer Vielzahl von genetischen Indizien ein Risikowert für Brustkrebs bestimmt wird. Das berichtet Technology Review online in „Brustkrebs-Gentests für jede Frau?“.

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Wissenschaftler bezeichnen solche polygenen Risikowerte als mögliche Kristallkugel. Derzeit wird an ähnlichen Tests gearbeitet, die das Risiko für Alzheimer oder Herzinfarkte bestimmen sollen. Die neuen Möglichkeiten sind das Ergebnis von Milliarden Dollar, die im vergangenen Jahrzehnt von der Regierung der USA und anderen Ländern für riesige Bevölkerungsstudien ausgegeben wurden, um die genetischen Ursachen von Krankheiten zu erforschen: Durch den Vergleich der DNA vieler Menschen konnten Wissenschaftler beginnen, unter den Milliarden von genetischen Buchstaben im Genom einzelne zu identifizieren, die statistisch gesehen bei bestimmten Krankheiten wie Brustkrebs häufiger vorkommen.

Bei seinem neuen Brustkrebs-Test berücksichtigt Myriad Genetics 86 DNA-Varianten sowie die persönliche Geschichte, unter anderem die Information, wann eine Frau in die Pubertät gekommen ist. Die Ergebnisse können das Risiko für Brustkrebs so deutlich vorhersagen wie eine Mutation im BRCA-Gen, doch sie haben potenziell Bedeutung für weitaus mehr Frauen. Myriad bietet den Risikowert seit vergangenem September an. Allerdings ist er bislang nur für Frauen mit europäischer Abstammung verfügbar, in deren Familie es bereits früher Fälle von Krebs gegeben hat.

Mehr dazu bei Technology Review online:

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