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Pornoproduzenten klagen gegen PornoTube

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Videoportale fordern Ärger mit Copyright-Inhabern schon wegen ihrer Grundidee geradezu heraus. Auch im Hafenviertel des Internets sind Inhalteanbieter inzwischen nicht mehr toleranter als in Beverly Hills. PornoTube, so etwas wie der versaute Zwilling von YouTube, hat jetzt mächtig Ärger mit einem der größten US-Pornoproduzenten. Vivid Entertainment, nach eigenen Angaben sogar das führende Studio für Erwachsenenunterhaltung der Welt, hat die Betreiber von PornoTube wegen Urheberrechtsverletzung und Verstoßes gegen Vorschriften zum Schutz Minderjähriger verklagt.

Das Geschäftsmodell von PornoTube lade zur Urheberrechtsverletzung geradezu ein, argumentieren Vivids Anwälte, die Unterlassung und substanziellen Schadensersatz fordern. Nutzer des Videoportals würden eben nicht nur im heimischen Schlafzimmer Selbstgedrehtes hochladen, sondern auch Ausschnitte aus professionell gemachten Filmen "mit sichtbar hohen Produktionsstandards", an denen Vivid die Rechte halte. Zum Beleg liegt der der Klage eine Liste mit Vivid-Filmen und den entsprechenden Links auf PornoTube bei, darunter so klingende Titel wie "Blow Your Own Horn" oder "Titsicle".

Hinter PornoTube, das im Rotlichtbezirk des Web 2.0 mit YouPorn und TheAdultTube um aktive Zuschauer konkurriert, steckt den Angaben zufolge selbst eine veritable Kiezgröße. Das Portal wird von einem Unternehmen namens Data Conversions betrieben, das als Adult Entertainment Broadcast Network (AEBN) einen Streaming-Dienst für allerlei Schmuddelfilmchen betreibt und sich selbst als einen internationalen Marktführer der Streaming-Dienstleister bezeichnet. Über die Kanäle von AEBN laufen unter anderem auch Vivid-Filme, ganz offiziell.

Darüber wirft Vivid dem Videoportal Verstöße gegen ein US-Gesetz vor, das von Pornoanbietern verlangt, stets die Volljährigkeit der abgebildeten Personen nachweisen zu können. Das könne PornoTube weder bei den Amateurfilmen noch bei Vivid-Inhalten leisten. Die Produktionsfirma bezieht sich in ihrer Mitteilung ausdrücklich auf die Milliarden-Klage von Viacom gegen Youtube und fordert, dass der Portalbetreiber für die Einhaltung der gesetzlichen Regelungen Sorge tragen muss und die Überwachung nicht auf die Inhalteanbieter abwälzen könne.

Vivid will nun für den "erheblichen Schaden", den PornoTube verursacht, eine angemessene Entschädigung und führt die vom US-Urheberrecht vorgesehene Höchstgrenze von 150.000 US-Dollar pro Verstoß ins Feld. Einer offiziellen Mitteilung Vivids zufolge summiert sich das in diesem Fall auf 4,5 Millionen US-Dollar. (vbr)