Pornos und laute Musik: New Yorker Hotspot-Säulen werden zum Problem

WLAN-Säulen als öffentliches Ärgernis: Nach zahlreichen Beschwerden über öffentliches Pornoschauen und anderes unerwünschtes Verhalten schränkt der Betreiber die Nutzung der integrierten Tablets ein.

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Pornos und laute Musik: New Yorker Hotspotsäulen werden zum Problem

(Bild: LinkNYC)

Von
  • Axel Kannenberg

Der Plan, in New York flächendeckend alte Telefonzellen in moderne Hotspots zu verwandeln, zeigt ungewollte Nebenwirkungen: Wie lokale Medien berichten, seien die in den Hotspotsäulen integrierten Tablets von einzelnen Personen regelrecht okkupiert worden, so dass andere Nutzer kaum zum Zuge kamen. Beschwerden nach sei dies in einigen Fällen zu regelrechten Gelagen rund um die Säulen ausgeartet, mit Alkohol- und Drogenkonsum, dem Abspielen lauter Musik sowie dem Schauen von Pornofilmen. Dabei habe es mitunter wohl auch Szenen öffentlicher Selbstbefriedigung gegeben.

Bislang sind laut dem Betreiber NYCLink 400 der rund 7500 geplanten Säulen in Betrieb. Nutzer können sich im Umfeld von 45 Metern zur drei Meter hohen Säule umsonst in das WLAN einloggen, teils soll das Signal bis zu 120 Meter weit reichen. Zur Ausstattung der Säulen gehört auch ein integriertes Android-Tablet, das zum Surfen, für Kartendienste und für kostenlose Inlandsanrufe genutzt werden kann. Ebenfalls mit an Bord sind zwei USB-Schnittstellen zum Akkuaufladen sowie ein Notrufknopf.

Als erste Reaktion auf die Beschwerden schaltet der Anbieter NYC-Link die Webbrowser in den Tablets ab. „Die Säulen seien niemals für eine länger dauernde, private Nutzung gedacht gewesen“, heißt es in der Pressemitteilung. Zudem sollen auch die Displayhelligkeit sowie die maximale Lautstärke zur Nachtzeit begrenzt werden. Alle weiteren Funktionen stünden jedoch nach wie vor zur Verfügung. Gemeinsam mit der Stadtverwaltung wolle man nun nach Lösungen suchen, wie unerwünschte Hotspot-Nutzung künftig vermieden werden kann.

Kritik an den Säulen kam auch bereits schon von anderer Seite: Datenschützern bereitete Sorge, dass Nutzer sich für das kostenlose WLAN mit E-Mail-Adresse einloggen müssen und besuchte Websites sowie Verweildauer auf bestimmten Inhalten ab Login bis zu zwölf Monate gespeichert würden.

Finanziert werden soll das Angebot übrigens über Werbeeinblendungen an den Säulen. Laut New York Times hat der Betreiber in Aussicht gestellt, in den ersten zwölf Jahren des Betriebs rund 500 Millionen US-Dollar Werbeumsatz mit der Stadt zu teilen.

WLAN für New York (5 Bilder)

Die WLAN-Säulen sollen bald zum Stadtbild New Yorks gehören.
(Bild: LinkNYC)

(axk)