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Portal und Portal+: Facebook stellt Smart Speaker für Videotelefonie vor

Facebook zeigt mit Portal und Portal+ smarte Lautsprecher mit Display, die Videotelefonie komfortabel machen sollen. Auch auf die Privatsphäre achte man.

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Portal und Portal+: Facebook stellt Smart Speaker für Videotelefonie vor

(Bild: Facebook)

Mit zwei neuen Geräten will Facebook Videotelefonie einfacher machen. Dafür hat der Konzern die Produkte Portal und Portal+ entwickelt, die eine Kombination aus Bildschirm, Webcam und Smart Speaker sind. Eine der auffälligsten Funktionen nennt sich Smart Camera: Der Fokus des Bildausschnitts soll dabei KI-gesteuert stets auf der sprechenden Person bleiben, wenn sie sich beim Telefonieren im Raum bewegt. Kommt ein weiterer Mensch hinzu, soll er automatisch mit ins Bild gefasst werden. Die Smart Audio genannte Funktion soll wiederum die Hintergrundgeräusche minimieren und die Stimmen der Sprechenden verstärken.

Der kleinere Portal und sein großer Bruder Portal+.

(Bild: Facebook)

Das Produkt gibt es in zwei Ausführungen, die sich vor allem in der Größe des Touch-Bildschirms und den Lautsprechern unterscheiden. Portal hat ein 10-Zoll-Display mit einer Auflösung von 1280 mal 800 Pixeln sowie zwei Breitbandlautsprechern. Das größere Portal+ verfügt über einen 15 Zoll großen Full-HD-Screen (1920 mal 1080 Pixel), der sich im Hoch- oder Querformat platzieren lässt. Musik und Sprache spielt Portal+ über zwei Hochtonlautsprecher sowie eine Bassbox ab. Beide Modelle verfügen über eine Kamera mit 12 Megapixeln. Telefonate lassen sich per Touch-Bedienung oder mit dem Aktivierungswort "Hey, Portal" und darauf folgenden Sprachbefehlen starten.

Für die Videoanrufe muss das Gegenüber aber kein Portal-Gerät besitzen: Anrufe an Facebook-Freunde sollen auf Smartphones und Tablets möglich sein, auf denen der Facebook-Messenger läuft. Ebenso können diese auch Portal-Inhaber anrufen. Die Geräte unterstützen Gruppenanrufe mit bis zu sieben Personen. Abgesehen von Videotelefonaten sollen sie auch als smarter Lautsprecher mit Amazons Sprachassistenz Alexa nutzbar sein. Pläne für seine eigene Assistenz-KI namens M hatte Facebook Anfang des Jahres aufgegeben.

Facebook verspricht, bei den Videotelefonaten Rücksicht auf die Privatsphäre der Nutzer zu nehmen: So sollen sich etwa Kamera und Mikrophon per Knopfdruck ausschalten lassen, eine Abdeckung für Kamera gibt es auch. Facebook wolle weder mithören noch mitschauen und auch keine Aufzeichnungen der Gespräche speichern – vielmehr würden diese verschlüsselt. Smart Audio und Smart Camera arbeiteten zudem rein lokal und nicht über Facebooks Server; Gesichtserkennung zur Identifikation von Personen werde ebenfalls nicht eingesetzt.

Portal und Portal+ kommen im November auf den Markt – vorerst allerdings nur in den USA. Die Preise liegen bei 199 US-Dollar für Portal und 349 US-Dollar für Portal+. Ob und wann die Geräte nach Deutschland kommen, ist noch offen.

Langfristig gesehen wolle Facebook mit Hilfe von Videotelefonie und Virtueller Realität persönliche Verbindungen von räumlich getrennten Menschen vertiefen. "Wir werden persönliche Treffen niemals ersetzen und wir planen auch nicht, das zu tun“, sagt Andrew Bosworth, Vizepräsident bei Facebook für Virtuelle (VR) und Erweiterte Realität (AR). Aber schon einen Teil der persönlichen Interaktion ins
Virtuelle umzusetzen, sei bereits sehr wertvoll. Etwa, weil Kosten und Zeitaufwand für Reisen und Pendeln entfielen. (mit Material der dpa) / (axk)