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Positives Cebit-Fazit: Weniger, aber zufriedenere Messebesucher

Weniger Besucher und trotzdem zufrieden: So lautet die Bilanz der runderneuerten Computermesse Cebit für 2018.

Cebit 2018

(Bild: dpa, Hauke-Christian Dittrich)

Die Veranstalter der Cebit in Hannover haben am Freitag eine durchweg positive Bilanz für ihr neues Konzept gezogen. Erstmals war die einst weltgrößte Computershow nach Jahren rückläufiger Zahlen in runderneuertem Gewand mit Festival-Charakter an den Start gegangen. "Wir wurden für unseren Mut und für unsere große Entschlossenheit belohnt", sagte Oliver Frese, Vorstand der Deutschen Messe AG. "Alle von uns gesteckten Ziele wurden erreicht."

Insgesamt lockte die neue Cebit seit Montag allerdings nur 120.000 Menschen auf das Messegelände – und damit noch einmal deutlich weniger als 2017 mit 200.000 Besuchern. Die alte und neue Cebit seien aber nicht zu vergleichen, betonte Frese. Aussteller und Partner seien allesamt zufrieden gewesen.

Aus der Sicht des Bitkom wurden die Erwartungen sogar übertroffen. Der IT-Branchenverband habe seine kleinen und großen Mitgliedsunternehmen befragt, die "durch die Bank sehr zufrieden" seien, sagte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder.

Mit einer Freifläche in der Größe von zehn Fußballfeldern bot die Cebit erstmals neben den traditionellen Hallen auch viel Platz für Konzerte, Veranstaltungen und Präsentationen, etwa einer stehenden Surf-Welle von Intel, Raum für Roboter wie den Roboterhund SpotMini von Boston Dynamics, autonome Fahrzeuge oder dem Riesenrad des Software-Konzerns SAP.

Quelle: heise online / jk

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hatte zum Auftakt Anfang der Woche die Bedeutung der Cebit für den Digitalstandort Deutschland herausgestellt. Große Messekunden wie die Telekom oder Vodafone, aber auch Intel, Salesforce und Hewlett-Packard Enterprise hatten die Neuausrichtung als notwendig begrüßt.

Die Cebit 2018 ist damit tatsächlich eine komplett neue Messe geworden – etwas, das in vielen Bereichen, etwa was Eventcharakter oder Erfahrbahrkeit des digitalen Alltags angeht, wohl erst mitbekommt, wer die Messe selbst besucht.

So drehte sich auch in vielen Kommentaren die Stimmung, die vorab von Skepsis geprägt war, während der Messetage in ein "Aha, so ist das also gedacht". So ähnlich dürfte es auch vielen Ausstellern gehen. Diejenigen, die sich Gedanken gemacht hatten über das neue Messekonzept und was sie selbst vielleicht an ihrem Auftritt verändern müssen, um auch ein jüngeres, weiblicheres und digital-erprobtes Publikum anzuziehen, dürften die Cebit 2018 als Erfolg betrachten.

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Die alte IT, die ihre Technik auf Ständen wie seit 20 Jahren präsentierte, dürfte dagegen enttäuscht sein – oder sich vielleicht Gedanken machen, wie sie es nächstes Jahr besser machen kann. Die Cebit aber wird auch in Zukunft den Spagat zwischen alter IT und neuen Konzepten aushalten müssen – beim ersten Mal tut so ein Spagat noch weh, mit etwas Übung wird's besser.

Die Cebit als Event der Digitalisierung jedenfalls ist ein radikal neues Konzept, mit dem die Messe die Besucher nicht nur informieren, sondern ihnen auch Spaß bereiten will – der wohl einzig mögliche Weg, die Zukunft der Cebit zu sichern. Die Cebit 2018 war ein gelungener erster Aufschlag, und sie hat Spaß gemacht. Ob sie dauerhaft erfolgreich sein kann, werden die Cebit 2019 und 2020 zeigen.

(mit Material der dpa) / (Jürgen Kuri) / (olb)

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