Menü

Postfach-Aufräumdienst Unroll.me verkauft Nutzerdaten: Chef erstaunt über Ärger

Das kostenlose Unroll.me bietet Nutzern an, dank Zugriffs auf das Gmail-Konto Newsletter abzubestellen. Der Dienst finanziert sich durch einen Verkauf der dabei gesammelten Daten. Dass die Nutzer darüber verärgert sind, erstaunt den Chef von Unroll.me.

vorlesen Drucken Kommentare lesen 154 Beiträge
Postfach-Aufräumdienst Unroll.me verkaufte Nutzerdaten: Chef erstaunt über Ärger

Im Rahmen der Enthüllung von Ubers Überwachungspraktiken hatte die New York Times quasi nebenbei auch öffentlich gemacht, dass der Dienst Unroll.me Nutzerdaten verkauft – nicht nur an den Fahrdienstvermittler. Unroll.me ist kostenlos und verspricht Nutzern, deren Postfach aufzuräumen. Dafür braucht es Zugriff auf deren Gmail-Konto, wo es automatisch nach Newslettern sucht, die dann einfach abbestellt werden können. Dabei sammelt der Dienst aber natürlich auch jede Menge Informationen über die Nutzer, die dann – bereinigt um den Nutzernamen – verkauft werden. Dessen Gründer erklärt nun, es habe sein Herz gebrochen, als er erfahren hat, dass Nutzer verärgert waren, als sie das erfuhren.

In einem Blogeintrag verweist der Gründer und Geschäftsführer von Unroll.me auf die eigenen Datenschutzbestimmungen. In denen steht tatsächlich, dass der Dienst "nicht-personenbezogene Daten für jeden Zweck sammeln, nutzen, übertragen, verkaufen und offenlegen könne". Nur die allerwenigsten lesen solche langen Texte aber auch wirklich, bevor sie einen kostenlosen Dienst wie Unroll.me benutzen. Darüber hinaus vermittelt der Dienst an prominenterer Stelle einen ganz anderen Eindruck und versichert etwa "wir werden nie dein persönliches Zeug berühren".

Jojo Hedaya versichert in seinem Blogeintrag noch einmal, dass das Unternehmen "never, ever" persönliche Daten über die Nutzer herausgeben würde. Aber auch ohne den Klarnamen verrät ein E-Mail-Postfach schon jede Menge über zugehörige Nutzer und ist sicher nicht "anonymisiert". Dass gesammelte Daten verkauft und weitergegeben werden, will sein Unternehmen nun deutlicher machen, verspricht er noch. (mho)