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Poststreik-Bilanz für Onlinehändler: Beschwerden und Umsatzeinbußen

Nach dem Dauerstreik hat das große Aufräumen bei der Post begonnen. Auch im Online-Handel hat der Ausstand Spuren hinterlassen: Die meisten Händler klagen über weniger Umsatz und Kundenbeschwerden wegen ausbleibender Pakete .

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DHL-Bote

(Bild: dpa, Oliver Berg/Archiv)

Der vierwöchige Poststreik hat laut einer Umfrage die Geschäfte von 95 Prozent der deutschen Onlinehändler in Mitleidenschaft gezogen – 75 Prozent erlitten gar merkliche Umsatzeinbußen. Diese Bilanz zieht der Händlerbund zum Ende des vierwöchigen Ausstands, befragt wurden rund 1000 Händler.

Dabei entlud sich offenbar der Ärger der Kunden wegen liegengebliebener oder verspäteter Lieferungen über den Händlern: Bei 92 Prozent gingen entsprechende Beschwerden ein. Das dürfte wohl auch einer der Gründe sein, warum fast zwei Drittel der Befragten kein Verständnis für den Streik haben. Dennoch will nicht jeder Händler Konsequenzen ziehen – 40 Prozent gaben an, weiterhin die Deutsche Post für ihre Sendungen zu nutzen. 38 Prozent nutzen aktuell daneben auch andere Dienstleister, 18 Prozent wollen nun ausschließlich auf andere Dienstleister setzen.

Nach dem Ende des rund vierwöchigen Dauerstreiks bemüht sich die Deutsche Post jetzt darum, die entstandenen Brief- und Paketberge möglichst schnell wieder abzuarbeiten. Dabei geht es um Millionen nicht zugestellter Sendungen. Wie bei anderen saisonalen Spitzenbelastungen auch setze man nun Aushilfen ein, um die Rückstände möglichst schnell aufzuholen, hieß es. "Das ist quasi wie Weihnachten", sagte ein Post-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. Zusätzlich seien Paketbezirke verkleinert und die Laufzeiten der automatischen Sortiermaschinen verlängert worden.

Die Post rechnet in vielen Regionen mit der Aufarbeitung der Rückstände innerhalb weniger Tage. In besonders hart vom Streik betroffenen Gebieten etwa in Hamburg, Berlin, Nürnberg oder Düsseldorf könnte es aber länger dauern. Nach Einschätzung der Gewerkschaft Verdi könnte sich vor allem die Aufarbeitung des Paketstaus einige Wochen hinziehen. Dort sei es in einigen Bereichen zu erheblichen Rückständen gekommen, sagte ein Sprecher. (Mit Material der dpa) / (axk)