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Potente CPU-GPU-Kombiprozessoren erst 2010?

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Was im Bereich der Handys und Smartphones längst üblich ist, nämlich die Kombination eines (oder mehrerer) CPU-Rechenwerke mit einem Grafikkern auf einem Chip oder einem System-on-Chip (SoC), ist im Bereich der leistungsfähigen x86/x64-Prozessoren für Desktop-Rechner und Notebooks noch Zukunftsmusik. Zwar gibt es schon seit Jahren Prozessoren wie Geode LX oder Vortex86, die CPU und GPU vereinen, doch beide Komponenten sind aus heutiger Sicht sehr leistungsschwach. So ähnlich ist es auch beim VIA Luke, einer Kombi-Platine mit CPU und Chipsatz-Northbridge, wobei in Letzterer ein Grafikkern steckt.

Bereits 2006, kurz nach der ATI-Übernahme, hatte AMD Pläne für eine CPU-GPU-Kombination namens Fusion veröffentlicht, die zwei potentere Kerne vereinen sollte. Wie etwa ein Jahr später von AMD erläutert, zielt die erste, Swift getaufte Generation dieser Accelerated Processing Units (APUs) auf Notebooks und soll – nach damaligen Angaben – 2009 erscheinen. In der Zwischenzeit hat Intel ebenfalls Kombiprozessoren angekündigt, nämlich einerseits das SoC namens Moorestown für Mobile Internet Devices und (iPhone-ähnliche) Smartphones mit Atom-CPU und andererseits die Prozessoren Havendale (Desktop-PC) und Auburndale (Notebook) mit zwei CPU-Kernen der Nehalem-Generation. Noch auf dem IDF vor wenigen Wochen war bei Intel die Rede davon, dass solche Kombiprozessoren in der zweiten Hälfte des Jahres 2009 erscheinen sollten.

Nun hat die chinesische Webseite Expreview eine Grafik aus einer Intel-Präsentation veröffentlicht, nach der Havendale und Auburndale erst Anfang 2010 erscheinen sollen. Das sei auch aufgrund von Rückmeldungen von Direktkunden geschehen. Möglicherweise spielt dabei eine Rolle, dass die nächste Generation der (vPro-/SIPP-)Chipsätze für gewerbliche Bürocomputer, Q45 und Q43, noch nicht einmal offiziell angekündigt wurden. Die PC-Hersteller müssen aber für die Havendale-Prozessoren ihre Plattformen komplett überarbeiten und auf völlig neue Mainboards mit LGA1160-Fassung und DDR3-Speicher umsteigen. Sie könnten daran interessiert sein, dass Intel nicht allzu schnell nach der Q45-Vorstellung neue Produkte einführt. Möglicherweise gestaltet sich die Integration von CPU und GPU aber auch langwieriger als von Intel ursprünglich geplant.

Bei AMD ist der Swift Herzstück der kommenden Mobilplattform Shrike. Aus welchen Einzelbestandteilen Swift genau bestehen wird, scheint auch bei AMD noch nicht ganz klar zu sein. Ursprünglich war wohl ein Prozessorkern der 65-nm-Generation geplant und auch von einem Multi-Chip-Modul war die Rede. Im Juni hieß es dann, Swift solle aus einem einzigen Die bestehen und in Dresden produziert werden. Vor etwa einem Monat tauchten Berichte auf, wonach nun ein 45-nm-CPU-Kern und eine GPU der nächsten RV800-Generation zum Einsatz kommen sollen; als Erscheinungstermin war die zweite Hälfte des kommenden Jahres im Gespräch. Doch schon im April beziehungsweise Mai berichteten US-Medien über einen Swift-Start erst im Jahr 2010. (ciw)