Power Mac G5: Trouble mit Microsofts Virtual PC

Das berühmte "Endian-Problem" hat wieder zugeschlagen: Auf den G5-Macs mit PowerPC-970-Prozessor läuft deshalb der PC-Emulator Virtual PC nicht.

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Von
  • Johannes Schuster

Das berühmte "Endian-Problem" hat wieder zugeschlagen: Auf den G5-Macs läuft deshalb der PC-Emulator Virtual PC for Mac nicht. Nach einer Information von Microsoft, dem neuen Besitzer von Virtual PC, benötigt die Software den Pseudo Little-Endian-Mode, wie ihn frühere PowerPC-Prozessoren mitbringen, um einen PC einigermaßen zügig emulieren zu können. Der PowerPC-970-Prozessor der neuen G5-Power-Macs unterstütze diese Feature jedoch nicht, heißt es bei Microsoft.

Der Endian Mode bezeichnet die Art, wie Prozessoren Datenwörter im Speicher ablegen. PowerPCs verwenden Big-Endian, während die x86-Welt die Bytes umgekehrt abspeichert (Little-Endian, niederwertiges Byte zuerst). PowerPCs unterstützen jedoch einen speziellen Modus sowie Load/Store-Reverse-Befehle, um die Datenwörter bei Bedarf zu verdrehen. Allerdings verdrehen sie nicht wirklich, sondern mappen dazu lediglich die Adressen um, was man dann als Pseudo oder Munged Little-Endian Mode bezeichnet. Mit anderen Worten: Die Prozessoren "sehen" Big-Endian, obwohl im Speicher weiterhin Little-Endian steht. Doch es gibt nicht nur Prozessoren, sondern auch Peripherie, etwa Festplattencontroller oder Netzwerkkarten, die auf den Speicher 16- oder 32-bittig zugreifen und die dann ebenfalls die Adressen ummappen müssen. Normalerweise ist das Mapping der Job des Chipsatzes, wie es Motorola beispielsweise beim MPC823 dokumentiert hat (hier als PowerPC Little-Endian Mode bezeichnet).

Möglicherweise liegt somit auch beim G5-Mac das Problem mehr beim Chipsatz beziehungsweise im Zusammenspiel mit dem Prozessor. Denn anders als es Microsoft darstellt, unterstützen IBMs 64-bittige PowerPC-Prozessoren, also auch der PPC970, laut IBM Manual den Munged Little-Endian Mode.

Wer auch immer Schuld hat, Microsoft muss nun einen großen Teil von Virtual PC umschreiben, um die Software auch auf G5-Macs zum Laufen zu bringen. Die Bytes sind dann unter einigem Performance-Verlust "zu Fuß" umzuschaufeln, doch glücklicherweise kann hier die rasante Shuffle-Einheit mithelfen, die die AltiVec-Erweiterung des G5-Prozessors bietet. (jes/c't) / (as)