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PowerPC G4 "doppelt so schnell wie G3"

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Auf der Entwicklerkonferenz WWDC hat Apple erstmals mit G4-Prozessoren ausgestattete Macintosh vorgeführt. Mit ihren Stromverbrauch von weniger als 12 Watt soll sich die kommende PowerPC-Generation für Desktop- und Mobilrechner gleichermaßen eignen; die 10,5 Millionen Transistoren belegen eine Chipfläche von 83 qmm.

Ein verbessertes Speicherinterface soll dem G4 bis zu dreimal höhere Datenraten bescheren als seinem Vorgänger, "Real Life"-Anwendungen liefen im Schnitt doppelt so schnell wie auf dem G3, versicherte Apple. Erste Benchmarks präsentierte man auf Rechnern mit identischem Motherboard und L2-Cache; G3 und G4 wurden mit derselben Taktfrequenz betrieben. Präsentationen mit Macromedia Director, die laut Apple kaum Gebrauch von der neuen Multimedia-Erweiterung AltiVec machten, liefen so zwischen 20 und 80 Prozent schneller als auf dem G3. Dagegen vermochte ein anderer Vergleich schon eher zu überzeugen: Ein Programm von Research Systems, mit der die NASA Hubble-Bilder verarbeitet, brachte es auf einen Performance-Gewinn um den Faktor 5. Der anwesende Entwickler des Programms schwärmte von der "Rechenleistung im Supercomputer-Bereich" und meinte sogar, "da ist noch mehr drin". Für den Test habe er nur flüchtig einige Routinen beschleunigt.

Wann die G4-Macintosh auf den Markt kommen sollen, war zwar nicht zu erfahren, aber allzu lang kann es nicht mehr dauern: Hersteller Motorola ließ verlauten. die Prozessoren stünden bereits in großen Stückzahlen zur Verfügung, und die Entwicklungswerkzeuge für die Multimediaeinheit AltiVec seien fertig. Gerüchteweise erfährt man, erste Modelle werde es im Oktober geben. Guido Körber (se)