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PowerToys für Windows 10: Microsoft lässt beliebte Tool-Sammlung wiederaufleben

Microsoft plant ein Comeback der Windows PowerToys für Windows 10 – diesmal als Open-Source-Projekt.

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(Bild: Microsoft / GitHub)

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Microsoft will die aus früheren Windows-Versionen bekannte Tool-Sammlung "PowerToys" als Open-Source-Projekt für Windows 10 wiederaufleben lassen.

Eine entsprechende Ankündigung hat das Unternehmen in einem Anfang Mai 2019 neu eingerichteten GitHub-Projekt veröffentlicht. Demnach sollen die ersten beiden Tools im Sommer 2019 freigegeben werden.

Jüngere Windows-Nutzer werden mit dem Begriff PowerToys wenig anzufangen wissen, während alte Hasen vielleicht mit glänzenden Augen an die Zeiten von Windows 95 zurückdenken. Damals setzten sich einige Microsoft-Entwickler mehr oder weniger in ihrer Freizeit an den Schreibtisch und programmierten eine ziemlich coole Tool-Sammlung, die den Funktionsumfang des Betriebssystems ergänzte. Zur Popularität der PowerToys trug auch bei, dass sie kostenlos waren.

Unter anderem gab es ein Tool namens CabView, mit dem sich der Inhalt von .CAB-Archiven ansehen und extrahieren ließ. Über den Kontextmenübefehl Explore from here konnte man Ordner in einem separaten Fenster öffnen. Sent to X öffnete ein Kontextmenü, in dem der Befehl "Senden an" in einem Untermenü die Auswahl der Zielorte ermöglichte. Round Clock brachte die aus Windows 3.x bekannte runde Analog-Uhr zurück – und mit XMouse ließ sich das Verhalten der Maustasten verändern.

Die meisten Nutzer werden die PowerToys allerdings mit dem Modul Tweak UI assoziieren. Es ermöglichte über mehrere Registerkarten die Anpassung verschiedener Windows 95-Funktionen, die sonst nicht über die grafische Oberfläche, sondern nur umständlich über die Registry erreichbar waren.

Für Nostalgiker und interessierte PowerToys-Neulinge, die sich einen genaueren Überblick über die früheren PowerToys verschaffen wollen, verweist Microsoft im GitHub-Projekt auf eine englischsprachige Liste mit sämtlichen Features.

Für Windows XP wurden die PowerToys zwar nochmals neu aufgelegt, erreichten aber längst nicht mehr die Popularität wie unter Windows 95/98.

Mittlerweile haben die Funktionen der "Ur-Powertoys" an Bedeutung eingebüßt und diese teilweise gar komplett verloren. Denn Features wie etwa das Anzeigen und Extrahieren von Dateien aus .CAB-Archiven oder bestimmte Kontextmenübefehle sind ohnehin fester Bestandteil aktueller Windows-Versionen. Auch Funktionen wie FlexiCD, die eine komfortable Handhabung von Audio-CDs per Taskleiste ermöglichten, haben sich inzwischen überlebt.

Dementsprechend sind die ersten beiden "neuen" PowerToys nicht etwa eine Neuflage der alten Tools, sondern praktische Ergänzungen, die auf den aktuellen Windows-10-Funktionsumfang abgestimmt sind.

Die Funktion zum Erstellen eines neuen Desktops wird sichtbar, wenn der Nutzer über den Maximieren-Button fährt.

(Bild: Microsoft)

Mit der geplanten Funktion "Maximize to new desktop widget" zeigt Windows 10 einen Pop-Up-Button an, sobald der Nutzer mit der Maus über die Maximieren-/Wiederherstellen Schaltfläche in einem beliebigen Fenster fährt. Bei Anwahl dieses Buttons wird ein neuer virtueller Desktop angezeigt und das Fenster der aktiven Anwendung maximiert zu diesem Desktop verschoben.

Die zweite geplante Funktion nennt sich "Windows key shortcut guide". Sie zeigt alle für den aktuellen Zustand des Desktops verfügbaren Shortcuts an, sobald ein Nutzer die Windows-Taste länger als eine Sekunde gedrückt hält.

Der Shortcut-Guide erleichtert das Navigieren via Tastatur.

(Bild: Microsoft)

Später wollen die Entwickler dann weitere PowerToys hinzufügen – darunter ein Ersatz für die Ausführen-Funktion (Windows+R), einen Akku-Tracker, die Navigation in Verzeichnissen per Kontextmenü, eine Option zur Schnellumschaltung der Bildschirmauflösung per Taskleiste und eine Funktion, um Dateien per Batch-Programm umbenennen zu können. Die vollständige Liste der Funktionen ist auf GitHub einsehbar. Die Community soll abstimmen, welche der geplanten Funktionen wichtig sind und priorisiert werden sollen.

Windows 10 einige zusätzliche Gimmicks zu spendieren und gleichzeitig die Community am Entscheidungsprozess teilhaben zu lassen, ist ein netter Ansatz. Allerdings fällt auf, dass die geplanten Features zwar praktisch, für den Funktionsumfang des Betriebssystem aber weit weniger essenziell sind als die ursprünglichen PowerToys. Es bleibt abzuwarten, wie sich das Projekt weiterentwickelt. (ovw)