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Preisabsprachen bei DRAM: China weitet Untersuchungen aus

Chinesische Behörden sehen "starke Beweise" auf illegale Preisabsprachen zwischen den DRAM-Herstellern Samsung, SK Hynix und Micron.

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China weitet Untersuchungen zu Preisabsprachen bei DRAM aus

DDR4-Module mit Chips von Samsung, Micron und SK Hynix.

(Bild: heise online)

Die seit Mitte des Jahres 2018 laufenden Kartelluntersuchungen in China zu illegalen Preisabsprachen bei DRAM zeigen erste Ergebnisse. Dies geht aus einem Bericht der Financial Times hervor. Das Blatt zitiert darin chinesische Beamte, die bei ihren Ermittlungen zahlreiche Beweise gefunden haben wollen. Näher wollten sich die chinesischen Sprecher aber nicht äußern.

Die Behörden der Volksrepublik werfen den drei Unternehmen Samsung, SK Hynix und Micron vor, sich abgesprochen zu haben, um die Verkaufspreise künstlich hoch zu halten. Der weltweite Marktanteil der drei Unternehmen wird zusammen auf über 90 Prozent geschätzt.

Nach chinesischem Recht drohen dafür hohe Strafzahlungen, die auch mehrere Millionen US-Dollar betragen können. Bloomberg zufolge kamen die Aktienkurse der beschuldigten Unternehmen im vorbörslichen Handel in den USA nach Erscheinen der Berichte unter Druck, Micron verlor über zwei Prozent an Aktienwert.

Kartellverhalten ist bei Speicherherstellern kein neues Delikt. Bereits 2006 verhängte die US-Justiz sowohl Geld- als auch Gefängnisstrafen, 2010 forderte die EU Strafzahlungen von 331 Millionen Euro.

Preisabsprachen sind für die wenigen verbliebenen DRAM-Hersteller anscheinend besonders verlockend. Seit Mitte 2016 stiegen die Marktpreise konstant, erst zwei Jahre später sanken sie wieder leicht. Samsung hatte deshalb Ende 2017 angekündigt, seine Produktion erhöhen zu wollen. Das geht mit sehr hohen Investitionskosten für neue Chipfabriken einher.

PC-DIMMs sind weiter recht teuer, wie ein Blick in den Preisvergleich zeigt. Im Schnitt liegen die Preise für ein Kit aus zwei 8-GByte-DDR4-Modulen nach einem Höhenflug zum Ende des Jahres 2017 immer noch über dem Tiefststand, den die Produkte Mitte 2016 erreicht hatten. Konkret waren solche Kits damals für rund 70 Euro erhältlich, heute kosten sie um 120 Euro, zwischenzeitlich waren auch etwa 200 Euro gefordert.

Diese Entwicklungen entsprechen nicht dem üblichen, in der DRAM-Branche so genannten Schweinezyklus. Mitte 2016 war erwartet worden, dass die Speicherpreise mittelfristig günstig bleiben (nie)

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