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Preise im Online-Handel: Monopolkommission fordert mehr Kontrolle

Die Preisbildung im Internethandel wird häufig von Algorithmen bestimmt, was zu überhöhten Preisen führen kann. Das kritisiert die Monopolkommission.

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(Bild: dpa, Jens Kalaene)

Die Monopolkommission, ein Beratergremium der Bundesregierung, fordert eine verstärkte Beobachtung der oft undurchschaubaren Preisbildung im Internethandel. "Dort erfolgt die Preissetzung zunehmend über Algorithmen", wird in einer am Dienstag von der Monopolkommission veröffentlichten Stellungnahme kritisiert. Die Preisbildung werde je nach Nachfrage automatisch verändert, Preise könnten sich zudem durch die Rechenprozesse schnell an bestimmte Marktentwicklungen anpassen.

Marktbeobachtung und Regulierung

Die Folgen trage der Verbraucher, etwa in Form überhöhter Preise. Die Kommission empfiehlt in ihrem Gutachten, die Märkte im Internet mehr zu beobachten. Zudem brauche es angesichts des Booms bei Streamingdiensten wie Netflix und Plattformen wie YouTube grundsätzlich einheitliche Regelungen zum Jugend- und Verbraucherschutz, ebenso auch zur Werberegulierung. "Im klassischen Fernsehen sollten insoweit insbesondere die Werbezeitbeschränkungen aufgehoben werden." Die durchschnittliche Nutzung von Online-Videos sei pro Tag von 30 Minuten 2016 auf 59 Minuten im Jahr 2017 deutlich gestiegen.

Die für ihren liberalen Ansatz bekannte Kommission fordert zudem, das Verbot des Internet-Versandhandels für verschreibungspflichtige Arzneimittel aufzuheben. Aus Sicht der Experten kann der Online-Handel die Leistungen der Apotheken ergänzen.

Die Monopolkommission ist ein unabhängiges Expertengremium, das die Bundesregierung in Wettbewerbsfragen berät. (olb)

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