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Preissenkungen und schnellere Prozessoren bei AMD

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Eigentlich muss sich AMD nicht mehr anstrengen, um die technische Überlegenheit gegenüber Intel zu demonstrieren: Schon der Duron mit 750 MHz hängt alle Celeron-Versionen locker ab; der Athlon mit 1,1 GHz steht konkurrenzlos da, seit Intel den Pentium III mit 1,13 GHz auf nächstes Jahr verschoben hat. Doch ohne Lorbeer-Pause baut AMD seinen Vorsprung in kleinen Schritten weiter aus und stellt den Duron mit 800 MHz und den Athlon mit 1,2 GHz vor.

Unser Testexemplar des Duron hat das gleiche Stepping wie die bisherigen Prozessoren und zeigt daher auch den gleichen Fehler: Der CPUID-Befehl liefert für die Größe des Level-2-Caches nur 1 KByte zurück, obwohl alle Durons 64 KByte haben. Laut AMD sollen aber nur mit einem neueren Stepping gefertigte Durons in den Handel gelangen, die den korrekten Wert melden. Nichts geändert hat AMD beim Athlon, der Kern bleibt der bekannte Thunderbird mit 256 KByte L2-Cache. Beide Prozessoren haben 128 KByte L1-Cache, der Frontside-Bus läuft mit 100 MHz im Double-Datarate-Verfahren. AMD fertigt beide ausschließlich im CPGA-Gehäuse für den Sockel A.

Prozessor Takt
[MHz]
SYSMark PovRay 3.1 3DMark Q III
Highest [fps]
Q III
Fastest [fps]
UT
[fps]
Athlon 1200 204 960 6104 113,2 145,2 45,7
Athlon 1100 194 872 5886 111,4 139,7 44,3
Athlon 800 162 650 4750 101,1 117,9 38,5
Athlon 700 148 568 4364 96,4 109,5 36,0
Athlon 600 134 483 3929 90,2 100,2 33,6
Duron 800 147 634 4126 96,7 110,9 33,9
Duron 750 142 600 3976 94,7 106,9 33,0
Duron 700 136 560 3794 91,8 103,2 32,1
Duron 600 124 483 3537 86,5 95,4 30,2
Alle Messungen auf Asus A7V (Rev. 1.01., BIOS 1004), 128 MByte PC133-333, Grafikkarte Asus 7700 (NVidia GeForce 2, Treiber Detonator 2, 5.22); Creative Soundblaster Live, Festplatte IBM DPTA-372050.
SYSMark: MadOnion BAPCo SYSMark 2000, Patch 4B, 1024x768 Punkte bei 32 Bit Farbtiefe
PovRay 3.1: chess2.pov, 320x200 Punkte, noAA
3DMark: MadOnion 3DMark 2000, Version 1.1, 800x600 Punkte bei 16 Bit Farbtiefe; Optimierung für AMD Athlon (kein Hardware-T&L).
Q III: Quake III, Version 1.11
UT: Unreal Tournament, Patch 4.20, 'utbench', 640x480 Punkte bei 16 Bit Farbtiefe

Der Duron-800 wird wohl in jedem Mainboard mit Sockel A laufen. Etwas kritischer dürfte der Athlon-1200 sein, da er bis zu 40 Ampere benötigt und rund 60 Watt Leistung abzuführen sind. Die bisher im c't-Labor getesteten Boards kamen alle mit dem immerhin 35 A ziehenden Athlon-1100 zurecht, was grundsätzlich auf ordentlich dimensionierte Spannungsregler hoffen lässt. Doch die Kühlung der Prozessoren bereitet größere Sorgen. Immer wieder hört man von verbrannten Athlons aufgrund zu kleiner oder falsch montierter Kühlkörper. AMD veröffentlicht eine Liste der überprüften Modelle, und tatsächlich sind einige nur bis 1 GHz oder weniger zugelassen. Zu beachten ist, dass über der Wärmeleitfolie vieler Kühlkörper eine Schutzfolie klebt, die man vor der Montage unbedingt entfernen muss. Zudem eignen sich die meisten Wärmeleitfolien für nur genau einen Montage-Vorgang. Wer seinen Kühlkörper abbaut, sollte vor dem Wiedereinbau den Prozessor und den Kühlkörper sehr sorgfältig von Rückständen der Folie reinigen und dann Wärmeleitpaste verwenden.

Wie bei der Markteinführung neuer Prozessoren üblich, hat AMD die OEM-Preise aller Modelle teilweise drastisch gesenkt:

Kerntakt bisheriger Preis neuer Preis
Athlon
1,2 GHz - 612 US-Dollar
1,1 GHz 853 US-Dollar 460 US-Dollar
1 GHz 612 US-Dollar 350 US-Dollar
950 MHz 460 US-Dollar 282 US-Dollar
900 MHz 350 US-Dollar 215 US-Dollar
850 MHz 282 US-Dollar 193 US-Dollar
Duron
800 MHz - 170 US-Dollar
750 MHz 181 US-Dollar 112 US-Dollar
700 MHz 138 US-Dollar 88 US-Dollar

Die langsameren Modelle (also Athlons unter 850 MHz und Durons unter 700 MHz) stellt AMD ab sofort nicht mehr her; bei den Händlern sind nur noch Restbestände zu bekommen. Gerade für das Einstiegsmodell, den Duron mit 600 MHz ist das schade, denn die höher getakteten Prozessoren kosten überproportional viel: So arbeitet der Athlon-1200 maximal doppelt so schnell wie der Duron-600, doch er kostet mit rund 2000 Mark mehr als das Zehnfache.

Mit den neuen Prozessoren zeigt AMD vor allem dem Konkurrenten Intel die lange Nase. Jedoch fällt der Geschwindigkeitszuwachs gegenüber dem bisher schnellsten Athlon oder Duron gering aus. Beim normalen Arbeiten spürt man einen schnelleren Prozessor erst ab etwa 30 Prozent Mehrleistung, kleinere Schritte machen sich nur bei rechenintensiven Anwendungen bezahlt. Weitere Benchmark-Ergebnisse und Informationen zum Duron-800 und Athlon-1200 bringt c't in Ausgabe 22/2000 (ab 23. Oktober am Kiosk).