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Premiere: Wieder alles umsonst?

"Jetzt haben wir eine einbruchssichere Panzerverglasung", sagte der Premiere-Geschäftsführer Dr. Georg Kofler vor zwei Wochen über das neue Verschlüsselungssystem des Pay-TV-Senders. Aber die Schwarzseher haben schon wieder eine Hintertür gefunden.

Ende Oktober hatte der Pay-TV-Sender seine Verschlüsselung endgültig von Betacrypt auf Nagravision umgestellt. Schwarzsehern, die sich mit gefälschten oder manipulierten Smartcards beziehungsweise per Softcam-Emulation gratis und illegal Zugang zum Premiere-Programm verschafften, sollte damit endgültig der Spaß verdorben werden. Kofler schätzt ihre Zahl auf rund eine Million.

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Aber auch das neue System hat eine Schwachstelle, wie c't in der aktuellen Ausgabe 24/03 (ab Montag im Handel) berichtet. In einschlägigen Internet-Foren kursieren bereits Software-Lösungen, mit denen Nagravision ausgetrickst werden kann. Der Hack basiert darauf, dass der Decoder zur Entschlüsselung des Videodatenstroms nur in relativ großen Abständen von der Premiere-Chipkarte das temporär gültige Schlüsselwort benötigt. Kernstück ist eine Server-Software, die das jeweilige Schlüsselwort in einem Netz, womöglich per Internet, bereitstellt. Auf diese Weise genügt eine einzige gültige Abo-Karte, um beliebig viele Empfänger zu versorgen. (cp)

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