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Premiere knipst Giga aus

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Der Spartensender Giga fällt Sparmaßnahmen seines Eigentümers Premiere zum Opfer. Der Gaming-Kanal produziert ab sofort kein neues Programm mehr, bis zum endgültigen Sendestopp Ende März laufen Wiederholungen. Allen 53 Mitarbeitern sei heute gekündigt worden, sagte ein Premiere-Sprecher der dpa. Damit haben sich seit einiger Zeit kursierende Mutmaßungen bestätigt: Im Dezember 2008 hatte Premiere mitgeteilt, sich in Zukunft auf sein Kerngeschäft Pay-TV konzentrieren zu wollen.

"Es war eine schöne Zeit. Um die Community und die alten Kollegen tut es mir leid", kommentiert der ehemalige Moderator Shu On Kwok gegenüber heise online. Der aktuelle Giga-Geschäftsführer Stephan Borg erklärte in seinem Blog, dass Giga den Herausforderungen der Wirtschaftskrise nicht gewachsen sei. Allerdings habe man aufgrund der im August 2008 eingeführten neuen Programmstruktur das beste Geschäftsergebnis seit zehn Jahren erreicht. Premiere betonte, der ohnehin defizitäre Sender sei in den vergangenen Monaten zusätzlich unter Druck geraten.

Borg will nun die im Jahr 2001 mit dem Grimme-Online-Award ausgezeichnete Webseite des Senders retten: "Wir verhandeln dazu mit möglichen Partnern", erklärt der Geschäftsführer in seiner Mitteilung. Premiere teilte dazu mit, die Seite im Mai abschalten zu wollen.

Giga gilt als Vorreiter des interaktiven Fernsehens, weil Zuschauer über die Homepage Fragen, Kritik und Anregungen live an die Moderatoren weitergeben konnten. "Unangestrengt und mit viel Spaß am produktiven Spiel mit den neuen Medien zeigt das Giga-Team, wie man Web und TV zu einer sinnvollen Einheit verschmelzen kann", lobte damals die Grimme-Jury.

Gestartet war Giga 1998 als Programmfenster bei NBC Europe, der Sprung zum eigenständigen Sender rund um die Themen Computerspiele und Technik gelang 2005. Seitdem verbreiteten Astra und die großen Kabelgesellschaften Giga in ihren Digitalpaketen. Premiere übernahm Giga im Januar 2008. Nach dem Aus muss sich die Videospiel-Community nun mit vereinzelten Fernsehsendungen begnügen, zum Beispiel MTVs Game One. (Christian Wölbert) / (cwo)

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