Prix Ars Electronica: Sonderpreis für BitTorrent

Die Gewinner in den sechs Kategorien des Prix Ars Electronica 2005 stehen fest.

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Von
  • Daniel AJ Sokolov

Die Gewinner in den sechs Kategorien des Prix Ars Electronica 2005 stehen fest. Das Computerkunst-Festival findet von 1. bis 6. September in der oberösterreichischen Landeshauptstadt Linz statt und steht unter dem Motto "Hybrid: Living in Paradox". Bei 2975 Einreichungen aus 71 Ländern verbucht die Veranstaltung dieses Jahr enorme Zuwächse in den Bereichen Computeranimation und Interaktive Kunst. Neben den sechs Hauptpreisen und zwölf Auszeichnungen wurden zwei Sonderpreise verliehen. Bedacht wurden dabei die windgetriebenen Strandläufer-Konstruktionen des Niederländers Theo Jansen (Kategorie Interaktive Kunst) sowie die P2P-Software BitTorrent (Kategorie Digital Communities). Das "genial einfache Prinzip" der Superdistribution von BitTorrent würde "Künstlern auf gemeinschaftliche Art und Weise helfen, ihre Arbeit auch weiterhin im Sinne der 'free software'-Idee zur Verfügung stellen zu können".

Über den Hauptpreis, die goldene Nica und 10.000 Euro, kann sich in dieser Kategorie das Akshaya-Projekt freuen. Im Rahmen dieses Entwicklungsprojektes werden im indischen Bundesstaat Kerala innerhalb von drei Jahren 6.000 Internet-Zentren errichtet, Infrastruktur für die lokale Bevölkerung und gleichzeitig 50.000 neue Arbeitsplätze geschaffen. Ziel des gesamten Projektes ist die Vermittlung von Basiswissen über das Internet und Computertechnologie an breite Bevölkerungskreise.

In der Wettbewerbssparte Computer Animation/Visual Effects siegte der Pole Tomek Baginski mit einer Darstellung eines Gemetzels unter Soldaten einer Einheit, die ihren Verstand verloren haben. Das lettische */MILKproject, welches den internationalen Weg lettischer Milch mittels GPS in die Niederlande verfolgte und dann eine Videoinstallation mit Aufnahmen der am Transport Beteiligten schuf, wurde im Bereich Interaktive Kunst prämiert. Mit ihrer für die Esplanade des Palacio de bellas artes in Mexico City konzipierten Soundinstallation " TEO! A sonic sculpture" setzte sich die seit 1967 als Klangkünstlerin tätige Maryanne Amacher aus den USA im Digital-Musics-Wettbewerb durch. Die für die Erzeugung von Bildern, Animationen und Sound kreierte Programmiersprache Processing (Beta-Stadium) war für die Jury die überzeugendste Net Vision.

In Österreich bleibt die goldene Nica in der Kategorie freestyle computing für unter 19-jährige Künstler: Der obsiegende Klagenfurter Markus Sucher hat sogar seine eigene Kunstform entwickelt: Er scannt Filmsequenzen vom Bildschirm und stellt daraus unterschiedliche Bilder her. Das nun ausgezeichnete Werk "Rennacs Studies" erinnert den Preisrichtern zufolge "an Bewegungsstudien des späten neunzehnten Jahrhunderts und findet so Anknüpfungspunkte an eine traditionsreiche Bewegtbild-Tradition". Alle erwähnten Arbeiten werden Teil der Ausstellung "Cyberarts 2005" im O.K Centrum für Gegenwartskunst sein. (Daniel AJ Sokolov) / (jk)