Pro-iranische Hacker verunstalten amerikanische Regierungswebsite

Offenbar haben iranische Sympathisanten die Website einer zur US-Bundesdruckerei gehörenden Behörde verunstaltet. Die Wirkung ist hauptsächlich symbolisch.

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So sah die Website des Federal Depository Library Programs am Samstagabend amerikanischer Zeit aus. Das Symbol auf dem Ärmel der schlagenden Hand ist Teil des Siegels der Iranische Revolutionsgarde.

(Bild: Screenshot, Internet Archive)

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Die Internetpräsenz einer US-Behörde zur Veröffentlichung von Regierungsdokumenten ist Ziel eines Hackerangriffs geworden. Am Samstagabend (amerikanischer Zeit) waren auf der Website des Federal Depository Library Programs (FDLP) proiranische und antiamerikanische Botschaften zu sehen, zusammen mit einer Fotomontage des US-Präsidenten Donald Trump, der von einer Faust blutig geschlagen wird.

Aktuell ist die betroffene Website offline, allerdings ist die verunstaltete Version bereits vom Internet Archive archiviert worden. Der Defacement-Angriff wurde verschiedenen amerikanischen Medien zufolge von der für Cybersicherheit zuständigen Abteilung des US-Heimatschutzministeriums bestätigt (Cybersecurity and Infrastructure Security Agency, CISA). Der Schaden sei allerdings sehr gering, weil die Hacker offenbar nicht über die Website hinaus gekommen waren.

Solche Defacement-Angriffe (zu Deutsch "Verunstaltung") haben eher symbolische Wirkung. Der direkte Schaden ist gering, aber die öffentliche Wirkung kann – abhängig von der betroffenen Seite – groß sein. Das FDLP gehört zur US-Bundesdruckerei und soll öffentlichen Zugang zu Dokumenten etwa der Regierung und des Kongresses gewährleisten.

Die Angreifer bezeichneten sich auf der verunstalteten Website als "Iran Cyber Security Group HackerS", was natürlich nichts heißen muss. CBS zufolge vermutet die US-Regierung Sympathisanten der iranischen Regierung hinter dem Angriff, aber es gebe keine Hinweise darauf, dass es sich um eine von staatlichen iranischen Stellen gelenkte Aktion gehandelt habe. Der Sender beruft sich auf einen nicht näher genannten leitenden US-Beamten, der "mit Cybersecurity zu tun hat". Dem Sender zufolge bezeichnete der Beamte den Angriff als unbedeutend, Defacements seien 'Schmalspur'-Risiken.

Der Angriff erfolgte offenbar in Reaktion auf die Tötung des iranischen Generals Ghassem Soleimani durch einen US-Angriff in Bagdad. Seither heizt sich die Stimmung zwischen den USA und dem Iran zunehmend auf.

(mit Material der dpa) / (syt)