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Probegerochen: Olorama-Geruchs-Generator für Heimkino und VR

Das Olorama-System nimmt zehn Riech-Patronen auf, die synchronisiert mit Filmen oder VR-Software abgefeuert werden können. Wir haben probegerochen.

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Probegerochen: Olorama-Geruchs-Generator für Heimkino und VR

Das Olorama-"WAD" (Wireless Aromatizing Device) nimmt 10 Geruchspatronen auf.

Nicht nur fürs perfekte VR-Holodeck benötigt man einen "Geruchs-Generator", auch Erlebnis-(Heim)-Kinos wirken mit zur Szene passenden Gerüchen überzeugender. Das Start-up Olorama aus dem spanischen Valencia bietet nun ein solches System für VR-Entwickler und Heimanwender an. Das Gerät besteht aus einem Gehäuse, in das bis zu zehn unterschiedliche Geruchs-Patronen eingesetzt werden können. Ein Lüfter sorgt für die Verteilung im Raum. Laut Raúl Porcar, Gründer und CEO von Olorama, kann eine Patrone zwischen 60 und 100 Sprühstöße erzeugen, bis man sie ersetzen muss – die ausgestoßene Menge ist einstellbar. Den von einem Sprühstoß erzeugten Geruch kann man bis zu 40 Sekunden lang wahrnehmen.

In den Geruchspatronen befinde sich Aromaflüssigkeit aus natürlichen Extrakten, die sogar für Lebensmittel zertifiziert sei; man könne sie theoretisch ohne Bedenken trinken. Chemikalien wie zum Beispiel in vielen Lufterfrischern komme nicht zum Einsatz. Zurzeit bietet Olorama über 50 unterschiedliche Patronen an, die in die vier Geruchsgenres "Fantasy", "Wild", "Nature" und "Action" gegliedert sind.über 50 unterschiedliche Patronen

Ein Olorama-Geruchsgenerator kann eine Fläche von 14 Quadratmetern bespielen. Das reicht für Virtual-Anwendungen, für größere (Heim-)Kinos bracht man mehrere Geräte.

(Bild: heise online / J.-K. Janssen)

Beim Olorama-System ist nicht nur eine Software mitgeliefert, mit der man selbst Videodateien mit den Sprühstößen synchronisieren kann. Für 20 Filme liegen laut Porcar bereits Synchronisationsdaten vor – vorausgesetzt, es sind die richtigen Patronen eingesetzt. 10 unterschiedliche werden mitgeliefert, ebenso ein vorkonfigurierter Router für die Synchronisation. Außerdem stellt das Unternehmen Olorama-Plug-ins für die 3D-Engines Unity und Unreal zur Verfügung; damit können Spiele- und VR-Entwickler Gerüche in ihre Titel einbauen.

Ausprobiert haben wir Olorama zuerst mit einem etwa dreiminütigen 360-Grad-Video auf einem Gear-VR-Headset. Manchmal passten Geruch und Video gut zusammen: Zum Beispiel, als es eindeutig verbrannt roch, während ein brandgerodetes Waldstück zu sehen war. Weniger gut funktionierte "Feuchter Boden": Diese Geruchs-Patrone roch eher nach "schimmligen Keller". Ebenfalls problematisch: Die "Holz"-Patrone roch für uns undefinierbar künstlich.

Besser gefiel uns eine etwa dreiminütige Szene aus dem Animations-Film "Ratatouille": Während die Protagonisten in einem Müllcontainer voller Süßspeisen saßen, roch es authentisch und appetlich nach Sahnetorte. Eine Szene, in der Käse und Erdbeeren gegessen wurde, verströmte den Duft von – Käse und Erdbeeren.

Das preisgünstigste Olorama-System mit einer Abdeckung von 14 Quadratmetern kostet im firmeneigenen Online-Shop 1600 Euro. Will man größere Bereiche bespielen, kann man zusätzliche "WADs" (Wireless Aromatizing Devices) bestellen. (jkj)