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Problem Weltraumschrott: US-Firma startete vier Satelliten ohne die nötige Lizenz

Eigentlich will das US-Startup Swarm ein Satellitennetzwerk aufbauen, mit dem internetfähige Geräte in entlegenen Gebieten gesteuert werden können. Die ersten Satelliten dafür wurden aber ohne Erlaubnis gestartet.

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Problem Weltraumschrott: US-Firma startete vier Satelliten ohne die nötige Lizenz

Der Start im Januar

(Bild: ISRO)

Ein US-amerikanisches Unternehmen hat vier kleine Satelliten ins All schießen lassen, obwohl die zuständige Behörde die nötige Lizenz verweigert hat. Wie das Nachrichtenportal des weltweiten Ingenieursverbands IEEE berichtet, waren die vier Satelliten namens SpaceBee-1, -2, -3 und -4 höchstwahrscheinlich an Bord einer indischen Rakete, die am 12. Januar gestartet ist. Gebaut wurden sie demnach von Swarm Technologies, einem Startup aus dem Silicon Valley, das ein Satellitennetzwerk fürs Internet der Dinge an entlegenen Orten aufbauen will. Der Federal Communications Commission waren die Satelliten aber zu klein, weswegen sie als zu große Gefahr für andere angesehen wurden.

Obwohl die FCC keine Lizenz erteilt hat, die die Nutzung der zur Kommunikation nötigen Radiofrequenzen freigibt, ließ Swarm die Satelliten starten. In ihre Entscheidung darf die Behörde einbeziehen, inwiefern die zu genehmigenden Satelliten zum Problem Weltraumschrott beitragen, erklärt The Verge. Und genau hier liegt das Problem: Die vier Satelliten sind noch einmal kleiner als die standardisierten CubeSats und damit wird es schwer, sie von der Erde aus zu verfolgen. Darauf hatte die FCC vorher aufmerksam gemacht, woraufhin Swarm angeboten habe, dass die SpaceBees ihre Position per GPS ermitteln und auf Anfrage senden könnten. Außerdem sollte ein Radarreflektor ihre scheinbare Größe verzehnfachen.

Diese Lösungsvorschläge hatten der FCC aber nicht ausgereicht. Zum Einen weil nur funktionsfähige Mini-Satelliten ihre Position senden können und zum Anderen, weil die Reflektoren nicht in allen Radarfrequenzen funktionieren. Damit sei die Gefahr zu groß, dass die vier SpaceBees verloren gehen und zur unkalkulierbaren Gefahr für andere werden können. Denn auch wenn sie sehr klein sind, können sie große Zerstörungen anrichten. Welche Konsequenzen der Start ohne Lizenzen für Swarm hat, sei noch nicht abzusehen, schreibt The Verge. Eine Wiederholung dürfte aber nicht möglich sein, auch wenn das Unternehmen offenbar schon mehrere Kunden für sein geplantes Netz gewonnen hat. (mho)

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