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Produktion von neuem Material für Akku-Kathoden soll 2018 beginnen

Echte Durchbrüche bei Batterie-Technologien sind selten, doch bald dürfte zumindest ein deutlicher Fortschritt Realität werden: Ein privat finanziertes Start-up hat in jahrelanger Arbeit ein neues Kathoden-Material zur Marktreife gebracht.

Produktion von neuem Material für Akku-Kathoden soll 2018 beginnen

(Bild: Buck Squibb)

Immer wieder vermelden Start-ups im Bereich der Batterie-Technologie vermeintliche Durchbrüche, von denen aber später nicht mehr viel zu hören ist. Kenan Sahin, der Ende der 1990er Jahre mit dem Verkauf seiner Software-Firma vermögend wurde, geht einen anderen Weg: Im Jahr 2002 gründete er ein neues Unternehmen, um viel versprechende Ansätze in Ruhe bis zur Marktreife zu entwickeln. Im kommenden Jahr soll jetzt die Produktion eines dort entstandenen neuen Materials für die Kathoden von Lithium-Ionen-Akkus beginnen, berichtet Technology Review online in „Überleben mit Forschen“.

Für sein Kathoden-Material verwendet Sahin einen höheren Anteil an Nickel. Attraktiv daran ist die höhere Energiedichte des Metalls. Außerdem bedeutet mehr Nickel deutlich weniger Kobalt, das selten und teuer ist. Bislang zeigten sich bei den meisten Studien zu Kathoden mit hohem Nickel-Anteil Stabilitätsprobleme, die eine verringerte Lebensdauer bedeuten. Sahins Unternehmen aber hat eine neue Zusammensetzung entwickelt und patentiert, die durch kleine Mengen Kobalt an wichtigen Punkten auf molekularer Ebene stabilisiert ist. Laut Sahin entsteht dadurch eine neue Klasse von Lithium-Ionen-Kathoden, die billigere Elektroautos mit mehr Reichweite bringen könnten.

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Um die hohen Kosten für eigene Anlagen zu umgehen, lässt Sahin das Material von den zwei weltgrößten Chemiefirmen produzieren, Johnson Matthey aus Großbritannien und BASF. Laut einer Anleger-Präsentation von Johnson bringt es eine Verbesserung von 25 Prozent bei der Energiedichte gegenüber den heute oft verwendeten Nickel-Mangan-Kobalt-Materialien. Das Unternehmen hat angekündigt, 260 Millionen Dollar in die erste Anlage zur Produktion investieren, die im nächsten Jahr in Betrieb gehen soll. BASF hat sich zu konkreten Plänen noch nicht geäußert.

Mehr dazu bei Technology Review online:

(sma)
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