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Produktionsroboter direkt in den Läden: Adidas will schneller werden

Wer gewinnen will, muss schnell sein – das gilt nicht nur für den Sport. Auch Adidas setzt im Konkurrenzkampf auf Tempo und will Produkte deutlich schneller auf den Markt bringen. Auch die Wünsche der Kunden sollen mehr Gehör finden.

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(Bild: Adidas)

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Der Kunde findet im Laden einen Schuh toll – hätte ihn aber gerne in einer anderen Farbe und in zwei verschiedenen Größen für seine unterschiedlich langen Füße. "Und der Verkäufer sagt: Kein Problem, setzten Sie sich hin und trinken Sie einen Cappuccino, ich bringe Ihnen die Schuhe in einer Viertelstunde." So beschreibt Adidas-Vertriebschef Roland Auschel seine Vision von Kundennähe und Schnelligkeit. Möglich machen sollen es Roboter, die den Schuh direkt im Geschäft herstellen.

Was zur Präsentation der neuen Adidas-Strategie am Donnerstag in Herzogenaurach noch nach ferner Zukunft klingt, nimmt in den Laboren der Entwickler bereits Gestalt an. Schon nächstes Jahr sollen die ersten Roboter vollautomatisch Schuhe herstellen. Später sollen die Hightech-Geräte Kundenwünsche binnen kürzester Zeit direkt in den Adidas-Läden umsetzen. "Das wird die gesamte Industrie auf den Kopf stellen", ist Auschel überzeugt.

Adidas hat im Herbst 2013 die "Speedfactory" initiiert. Das Forschungs- und Entwicklungsprojekt steht unter der Schirmherrschaft der Bundesregierung. Dabei geht es darum innovative Produkte und neue Produktionstechniken zu entwickeln. Dabei sollen Konsumentenbedürfnisse, Geschwindigkeit, Flexibilität, Effizienz und Nachhaltigkeit berücksichtigt werden.

Schnelligkeit ist eines der großen Themen, mit denen Adidas seine neue Strategie überschreibt. Konkret will der Konzern innerhalb der nächsten fünf Jahre die Hälfte seiner Produkte deutlich schneller herstellen als bislang. Bei der Jugendmarke Neo klappt das bereits: Dort dauert es 45 Tage von der ersten Idee bis zur Auslieferung eines fertigen Schuhs. Im Durchschnitt braucht die Branche dafür eineinhalb Jahre.

Neo ist auch vorbildlich darin, Kunden einzubeziehen. Während einer Modenschau konnten die meist jugendlichen Follower über soziale Netzwerke jüngst nicht nur die Zusammenstellung der Kleidung, sondern auch Licht, Musik und Make-up der Models bestimmen.

Ganz so weit ist es bei der Stammmarke Adidas noch nicht. Doch auch hier soll der Kundenwunsch deutlich stärker in den Mittelpunkt rücken. Schon jetzt tausche sich der Konzern mit Bloggern und anderen Meinungsmachern aus, berichtet Marken-Chef Eric Liedtke. "Das kann irgendwann auch bis hin zur Entwicklung von Produkten gehen." (anw)