Project OWL: Linux Foundation entwickelt Mesh-Netzwerk für Krisenintervention

Das "Project OWL" zum Aufbau eines Mesh-Netzwerks mit IoT-Geräten zur Koordination von Hilfsmaßnahmen in Krisenregionen ist jetzt Teil der Linux Foundation.

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(Bild: Project OWL)

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Im Krisenfall kann eine WLAN-Verbindung zur unkomplizierten Vernetzung von Geräten Leben retten, wenn Internetverbindungen und Mobilfunknetze nicht mehr adäquat funktionieren oder gar nicht vorhanden sind.

Das Project OWL (Organisation, Whereabouts, Logistics) ist eine Firmware für Arduino-Boards mit ESP32 System-on-Chip, um an Krisenorten mit vergleichsweise einfachen Mitteln ein Mesh-Netzwerk aufzuspannen, zu dem sich dann beliebige WLAN-fähige Geräte verbinden können. Die Firmware läuft auf robusten, spezialisierten Arduino-Geräten mit autarker Stromversorgung, aber auch auf günstiger Selbstbau-Hardware mit handelsüblichen ESP32-Boards.

Im Herbst 2017 traf der Hurrikan "Maria"der Stufe 5 die Inseln Dominica, St Croix und Puerto Rico und richtete erhebliche Zerstörungen an. Project OWL sah dort sein erstes Deployment unter realistischen Bedingungen. 2018 gewann das Projekt im Zuge des Wettbewerbs "Call for Code" von IBM, bei dem nach technischen Möglichkeiten zum Umgang mit Katastrophen gesucht wurde, 200.000 US-Dollar.

Seit vergangener Woche läuft Project OWL nun unter der Ägide der Linux Foundation weiter, die für die weitere Entwicklung der Open-Source-Firmware Ressourcen geschaffen hat. Im Kontext einer diesbezüglichen Pressemitteilung der Linux Foundation betonte Bryan Knouse, Mitgründer von Projekt OWL, dass der Schritt zur Linux Foundation dem Projekt eine größere Sichtbarkeit verschaffen und überdies auch neue Entwickler anziehen solle.

Ein Mesh-Netzwerk für Notfälle besteht bei Project OWL aus mehreren Nodes, denen unterschiedliche Aufgaben zukommen: Die einzelnen Geräte im Mesh, die als WLAN-Access-Point dienen, nennen sich "Ducklinks" und ähneln in der bisher für die ersten Einsätze hergestellten Kleinserie mit robusten, wasserdichten Gehäusen tatsächlich Gummi-Enten.

Untereinander kommunizieren "Ducklinks" per Radiofrequenzen im LoRa-Spektrum über einen Node namens "Mamaduck". Zur Kommunikation mit der Außenwelt gibt es eine leicht modifizierte Firmware für "Papaducks": Diese Geräte routen Datenpakete für die Außenwelt über einen verfügbaren Internet-Uplink und stellen die OWL Data-Management-Software bereit.

Die gesamte Gruppe wird zusammen mit den verbundenen Endgeräten im aufgespannten WLAN als "ClusterDuck" bezeichnet. Der cloudbasierte Server zur Verwaltung von ClusterDucks sammelt unter anderem Sensor- und Standortdaten, um ein Kriseninterventionszentrum mit Informationen zu versorgen.

Interessierte finden weiterführende Informationen zu Project OWL nebst Einsteiger-Dokumentation mit Infos zum Hardware-Setup auf der Projekt-Website. Der Code des Projekts ist auf GitHub untergebracht. (ovw)