Project Tango: Google experimentiert mit Umgebungserkennung für Tablets

Nach dem Handy nun das Tablet mit 3D-Raumerkennung: In Googles Project Tango ist der Prototyp eines Tablets in Arbeit, dessen Kameras laufend die Umgebung in 3D erfassen.

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  • Jürgen Kuri
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Google treibt seine Pläne für mobile Geräte, die ihre Umgebung erkennen können, weiter voran. Der Internet-Konzern wolle ab kommendem Monat eine Testreihe aus 4000 Tablets produzieren, die eine Art eingebauten 3D-Scanner haben, berichtete das Wall Street Journal unter Berufung auf informierte Kreise. Die Tablets mit 7 Zoll Bildschirmdiagonale sollen mit zwei Kameras auf der Rückseite, Infrarot-Sensoren zur Tiefenerkennung und Software ausgestatt sein, die diese Daten zu dreidimensionalen Abbildungen verarbeiten kann.

Google hatte die Pläne seiner Abteilung für fortgeschrittene Technologien (ATAP) unter dem Namen "Project Tango" bereits im Februar vorgestellt. Der damalige Prototyp war ein Smartphone mit 5-Zoll-Bildschirm. Kamera und Sensoren nehmen laut Google 250.000 Messungen pro Sekunde vor. Aus diesen Daten errechnet das Gerät in Echtzeit den Raum, in dem es sich bewegt, und seine eigene Bewegung darin. Über APIs zum Auslesen von Position, Orientierung und Tiefenmesswerten können die Unity Game Engine sowie Android-Apps (Java oder C/C++) die Daten nutzen.

Mit der Technik könnte man zum Beispiel vor dem Möbelkauf seine Wohnung vermessen oder Sehbehinderten Möglichkeiten zur Orientierung geben, nannte Google Beispiele für Anwendungsszenarien. Zu den Partnern zählt der deutsche Bosch-Konzern, der im Geschäft mit Sensoren stark vertreten ist, und die ETH Zürich. Die neuen Geräte des "Project Tango" könnten bereits zur Googles Entwickler-Konferenz Google I/O Ende Juni vorgestellt werden.

Googles Präsentation von "Project Tango"

(jk)