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Projekt "Jeder kann programmieren" in Berlin gestartet

Moderne Informationstechnik ist aus der modernen Welt nicht mehr wegzudenken. Der Wissenschafts-Journalist Ranga Yogeshwar will mit einem Projekt eine Initiative anstoßen, die Begeisterung für die IT wecken und die Mündigkeit der Nutzer stärken will.

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Informatiker und IT-Fachleute werden in Deutschland dringend gesucht, aber mit dem Nachwuchs hapert es trotz zahlreicher Bemühungen. Mit der Initiative "Jeder kann programmieren" wollen das Fraunhofer IUK und der Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar nun einen Aufruf starten, die digitale Gesellschaft aktiv mitzugestalten.

Die Initiative will eine Plattform für Projekte, neue Ideen und den Erfahrungsaustausch in Deutschland bieten. Die Aufforderung, Programmiersprachen zu erlernen, richte sich nicht nur an eine kleine Gruppe von Nerds, sagte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) am Dienstag in Berlin. Es gehe auch darum, wie wir mit den neuen Möglichkeiten in der digitalen Welt umgehen und sie nutzen, aber auch die Risiken in den neuen Technologien erkennen. Daran werde sich entscheiden, wie wir in der Zukunft als mündige Bürger leben und unsere Wirtschaft wettbewerbsfähig halten.

Es komme heute kaum eine Branche hierzulande noch ohne die Kernkompetenz der Informatik und IT aus, sagte Volker Smid, Digital-Chef der Holtzbrinck Publishing Group. Nach Angaben des Bitkom sind rund Zweidrittel der Informatiker hierzulande außerhalb von IT-Unternehmen tätig. Für diese Themenfelder müsse die Neugier geweckt werden. "Das ist eine einmalige Chance."

Deutschland ist ein Land fähiger Ingenieure, sagte Martin Hofmann, Technik-Chef der Volkswagen AG. "Wir haben es über Jahrzehnte hinweg geschafft, für den Maschinenbau Begeisterung über Spielzeug wie Märklin und Fischertechnik zu wecken." Das müsse heute auch für die Informatik gelingen. Dabei könne die Industrie, aber auch die Verbände unterstützend wirken.

Die Begeisterung für Informatik und IT sei zwar da, aber vielfach hapere es an der gesellschaftlichen Anerkennung entsprechender Berufe oder Tätigkeiten, sagte Marion Esch, Vorstandsvorsitzende der Stiftung MINT-Entertainment-Education-Excellence. Die USA hätten vorgemacht, dass so etwas auch über TV-Serien funktioniert. Manche Serien hätten dort eine große Nachfrage nach Ausbildungszweigen etwa für den Arzt, Forensiker oder Anwalt ausgelöst. "Wir haben dagegen Förster, Pastoren und Nonnen im Programm." (dpa) / (axk)

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