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Projekt Jedi: Google verzichtet auf Milliarden-Deal mit Pentagon

Kein Deal mit dem US-Verteidigungsministerium: Google verweist auf vertragsbedingte Hemmnisse und selbst auferlegte KI-Regeln.

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Projekt Jedi: Google verzichtet auf Milliarden-Deal mit US-Verteidigungsministerium

Das Pentagon 2008.

(Bild: David B. Gleason (CC BY-SA 2.0))

Google hat sich entschlossen, kein Gebot auf eine 10 Milliarden US-Dollar schwere Ausschreibung für den Betrieb eines Cloud-Systems für das Projekt Joint Enterprise Defense Infrastructure (Jedi) des US-Verteidigungsministeriums abzugeben. Das berichtet die US-Nachrichtenagentur Bloomberg. Demnach beruft sich Google für die Ablehnung auch auf interne Regeln, die sich der Konzern hinsichtlich der Beteiligung an Militärprojekten mit Künstlicher Intelligenz selbst gegeben hatte.

"Wir bieten nicht auf den Jedi-Vertrag, weil wir nicht sicher sind, ob er unsere KI-Prinzipien verletzt", zitiert Bloomberg einen Google-Sprecher. Google hatte bereits im Juni auf Druck seiner Mitarbeiter die Beteiligung am Militärprojekt Maven aus ethischen Gründen aufgegeben und sich dann selbst Regeln zur KI-Entwicklung auferlegt. Sie sehen unter anderem vor, die Beteiligung an der Entwicklung von KI-Algorithmen für militärische Waffensysteme auszuschließen. Diese Regeln könnten möglicherweise auch durch den Jedi-Vertrag verletzt werden.

Als weiteren Grund, kein Gebot abgeben zu wollen, führt Google an, die für die Projektumsetzung notwendigen staatlichen Zertifizierungen nicht zu erfüllen. Google hätte zwar gerne in bestimmten Bereichen eine "überzeugende Lösung" angeboten, allerdings sei der Jedi-Vertrag so ausgestaltet, dass er nicht für mehrere Anbieter offenstehe. Wie der Google-Sprecher weiter mitteilte, hält Google einen Multi-Cloud-Ansatz für Regierungsbehörden ohnehin für besser. So könne die richtige Cloud für die richtige Arbeitslast gewählt werden. Der Sprecher betonte aber, dass Google daran arbeite, "die US-Regierung mit unserer Cloud auf viele Arten zu unterstützen".

Beim Projekt Jedi beabsichtigt das Pentagon, große Datenmengen des US-Verteidigungsministeriums auf kommerziell betriebene Cloud-Systeme zu übertragen. Unternehmen können noch bis zum 12. Oktober ein Angebot abgegeben. Der Jedi-Vertrag soll eine Laufzeit von 10 Jahren haben. (olb)