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Projekt "Libra": Facebook soll eigene Kryptowährung entwickeln

Für Facebook könnte es lukrativ sein, eine eigene Kryptowährung einzuführen. Unter dem Codenamen "Libra" werde daran gearbeitet.

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(Bild: dpa, Fabian Sommer)

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Facebook bereitet den Start einer eigenen Kryptowährung vor. Im Mittelpunkt der Pläne stehe eine digitale Währung, die Facebook-Nutzer künftig nicht nur untereinander tauschen und für Käufe über das soziale Netzwerk nutzen, sondern auch bei Transaktionen im Internet einsetzen können, berichtet das Wall Street Journal am Freitag unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Eine Facebook-Sprecherin wollte sich dazu nicht äußern und verwies auf frühere Angaben, wonach der Konzern verschiedene neue Anwendungen teste.

Bislang haben sich selbst etablierte Kryptowährungen wie der Bitcoin auch angesichts starker Kursschwankungen nicht als Zahlungsmittel im Internet durchsetzen können. Facebook arbeitet nach Angaben des Wall Street Journal bereits seit mehr als einem Jahr an dem Projekt, das sich der Konzern Investitionen von gut einer Milliarde Dollar kosten lässt. Für den Aufbau des eigenen Bezahlsystems rekrutiere Facebook derzeit Finanzfirmen und Online-Händler. So seien unter anderem auch die Kreditkartenfirmen Visa und Mastercard sowie der Zahlungsabwickler First Data angesprochen worden.

Facebook-Nutzer sollen mit der Kryptowährung die Möglichkeit erhalten, sich gegenseitig Geld zu schicken und über die Plattform und im Internet angebotene Waren zu kaufen. Ähnlich wie Facebook-Nutzer sich schon jetzt mit ihrem Profil auf anderen Webseiten im Internet einloggen können, soll eine spezielle Option ihnen auch beim Einkauf mit der Facebook-Kryptowährung im Netz zur Verfügung stehen. Die angeschlossenen Händler könnten die Währung wiederum nutzen, um Werbung bei Facebook zu schalten. Diskutiert werde derzeit, wie Nutzer künftig an die Währung herankommen sollen. Als eine Variante werde erwogen, etwa das Betrachten von Werbespots bei Facebook oder anderer Inhalte in der Digitalwährung zu entlohnen, oder wenn Nutzer über das Netzwerk einkauften.

Ein ähnliches Projekt – bei dem allerdings in "echter Währung" und mit Kreditkarte gezahlt wird, hatte Facebook bereits im März bei seiner Tochter Instagram ins Leben gerufen. Bereits im Februar hieß es, dass Facebook auch für seinen Messaging-Service WhatsApp eine eigene Kryptowährung plane. (olb)