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Proteste in Simbabwe: Regierung blockiert offenbar WhatsApp

Angeblich lässt die Regierung von Simbabwe WhatsApp blockieren. Nachrichten können weder empfangen noch gesendet werden. WhatsApp-Sperren etablieren sich als beliebtes Mittel, um Druck auf die Bevölkerung oder das Unternehmen selbst auszuüben.

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(Bild: dpa, Jens Büttner/Archiv)

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Aus Protest gegen die Wirtschaftspolitik in Simbabwe sind Tausende Menschen in einen Streik getreten. Sie demonstrieren so gegen die Regierung von Langzeitpräsident Robert Mugabe. Um weitere Proteste zu verhindern, ließ die Regierung offenbar den Zugang zum beliebten Kommunikationsdienst WhatsApp sperren, wie das simbabwische Medieninstitut des südlichen Afrikas (MISA) am Mittwoch mitteilte.

MISA weist auch darauf hin, dass der Minister für Informationstechnik laut der Nachrichtenseite Chronicle davor gewarnt habe, subversive Nachrichten über Social-Media-Plattformen zu verbreiten. Der Ursprung von Nachrichten könne verfolgt werden und Verstöße gegen das Gesetz würden geahndet.

Mit seiner mutmaßlichen WhatsApp-Blockade sei Simbabwe in die Liga "despotischer Regime" abgerutscht, die unzufriedene Bürger mundtot machen wollten, erklärte MISA. Weder Regierung noch Mobilfunkbetreiber äußerten sich offiziell zu dem plötzlichen WhatsApp-Ausfall. Wegen des Streiks blieben in der Hauptstadt Harare und im südlichen Bulawayo viele Büros, Banken und Geschäfte geschlossen, wie die Zeitung The Standard auf ihrer Webseite berichtete.

Die Regierung des 92-jährigen Mugabes hat wegen einer Finanzkrise im Juni erklärt, dass viele fällige Gehälter für Regierungsangestellte erst im kommenden Monat gezahlt werden können. Im ganzen Land herrscht zudem Bargeldmangel. Simbabwe hat seine eigene Währung nach einer tiefen Krise und Hyperinflation 2009 abgeschafft und nutzt den US-Dollar.

WhatsApp wird immer wieder von Regierungen oder Behörden blockiert. In Brasilien nutzte die Justiz des Landes Blockaden mehrfach, um das Unternehmen dazu zu zwingen, Chatverläufe von WhatsApp-Nutzern für Gerichtsverfahren herauszugeben. Im Iran ist die Zensurbehörde – angeblich gegen den Willen der Regierung – bereits gegen WhatsApp vorgegangen. Mittlerweile verlangt das Land, dass Messenger-Dienste zukünftig nur noch erlaubt sein sollen, wenn Nutzerdaten direkt in dem Land gespeichert werden. (mit Material der dpa) / (kbe)