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Protonmail: Verschlüsselnder Mail-Dienst verliert E-Mails seiner Nutzer

Beim Schweizer Mail-Dienst Protonmail hat ein unachtsamer Entwickler einen Datenverlust verursacht. Betroffen sind E-Mails aus einem Zeitraum von 20 Stunden.

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Der Schweizer E-Mail-Dienst Protonmail hat bei einem Datenbank-Update E-Mails seiner Kunden unwiderruflich verloren. In einem Blogpost erklärten die Betreiber, dass ein Entwickler ein falsches Kommando benutzt habe, was zu einem Datenverlust führte.

Der Entwickler missachtete die Standardvorgehensweise (SOP), erklärte Protonmail. Das Protokoll schreibt vor Arbeiten an der Datenbank ein Backup vor. Betroffen sind Nachrichten von Sonntag und Montagfrüh; insgesamt ein Zeitraum von 20 Stunden. Protonmail entschuldigte sich bei seinen Nutzern für den "schrecklichen Fehler".

Protonmail verspricht viel Sicherheit, hat nun aber Mails seiner Nutzer verloren.

In den nächsten Wochen will Protonmail eine robustere Server-Architektur einrichten. Die Maßnahme soll künftig Fehler wie den Mail-Verlust vermeiden helfen und den Service beschleunigen. Auch die interne Kommunikation will man verbessern.

Protonmail wurde 2013 am CERN gegründet. Der Schweizer Service bietet seinen Nutzern eine sichere Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und "selbstzerstörende Mails". Im Juli dieses Jahres hatte Protonmail über die Crowdfunding-Plattform IndieGogo 550.000 US-Dollar gesammelt. Wegen "technischer Probleme" hatte Paypal das Konto des Startups blockiert, die Sperre dann aber wieder aufgehoben.


[Update, 12.08.2014, 11:27 Uhr:] Protonmail befindet sich derzeit noch in der Beta-Phase. Ein Datenverlust ist zwar ärgerlich, gehört aber wohl zu den Risiken, mit denen Betatester rechnen müssen. (dbe)