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Prozess um großangelegten Internet-Betrug

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Wegen Internetkriminalität im großen Stil stehen drei Männer und eine Frau von Mittwoch (13. Juni) an vor dem Augsburger Landgericht. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, zwischen November 2008 und August 2011 zu betrügerischen Zwecken rund 190 Online-Shops eingerichtet zu haben. In rund 2050 Fällen sollen sie gegen Vorkasse Waren wie Notebooks, Haushaltsgeräte und Werkzeug im Wert von mehr als 1,1 Millionen Euro verkauft haben – ohne die Artikel tatsächlich zu liefern.

Im Mai 2011 hatte es eine bundesweite Durchsuchungsaktion und Festnahmen gegeben. Die Angeklagten stammen aus Nordrhein-Westfalen. Bei der Anklageerhebung Ende März waren sie zwischen 22 und 35 Jahre alt. Die Anklage lautet unter anderem auf banden- und gewerbsmäßigen Betrug, Datenfälschung, Ausspähung von Daten, Nötigung, Bedrohung und Anstiftung zur Körperverletzung.

Um seriös zu erscheinen, ahmten die Angeklagten laut Staatsanwaltschaft die Internetauftritte tatsächlich bestehender Onlineportale nach. Sie hätten auch unberechtigt geschützte Wort- und Bildmarken verwendet. Außerdem sollen sie Internetseiten entworfen haben, die dem Anschein nach zu der Postbank gehörten. Unter dem Vorwand eines Computervirenproblems hätten sie Bankkunden veranlasst, ihre Kontodaten samt Pin für Online- und Telefonbanking anzugeben. Mit Spam-Mails sollen sie die Kunden gedrängt haben. Auf diese Weise hätten sie in 117 Fällen insgesamt mehr als 200.000 Euro widerrechtlich abgebucht.

Betreiber mehrerer Internetforen hatten der Staatsanwaltschaft zufolge Nutzer vor der "Fakeshop-Bande" gewarnt. Einer der Angeklagten habe einem Mann daraufhin in Absprache mit den übrigen Beschuldigten per Mail gedroht, die libanesische Mafia werde ihn krankenhausreif prügeln und ihm das Leben zur Hölle machen. Außerdem habe der Angeklagte zwei Personen gegen Geld beauftragt, einen 24-Jährigen zusammenzuschlagen. (keh)

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