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Prozessauftakt im Fall Alexander Falk

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Vor dem Hamburger Landgericht hat am heutigem Freitag der Prozess gegen den einstigen Internet-Unternehmer Alexander Falk begonnen. Die Justiz wirft dem 35-Jährigen verbotene Kursmanipulation in zwei Fällen, Betrug in einem besonders schweren Fall sowie Steuerhinterziehung vor. Falk, der seit anderthalb Jahren in Untersuchungshaft sitzt, soll mit sieben Mitbeschuldigten den Umsatz und damit den Aktienkurs seiner ehemaligen Internet-Firma Ision kurz vor deren Verkauf an die britische Energis 2001 künstlich aufgebläht haben. Die Firma hatte später für rund 800 Millionen Euro den Besitzer gewechselt. Den entstandenen Schaden beziffert die Staatsanwaltschaft in der Anklage auf mindestens 46 Millionen Euro. Bei einer Verurteilung drohen Falk bis zu zehn Jahre Haft.

Die Justiz hatte mehrfach die Untersuchungshaft für Falk geprüft, eine Freilassung aber immer verworfen. Im September entschied das Oberlandesgericht, dass der 35-Jährige wegen Fluchtgefahr hinter Gittern bleiben müsse. Alexander Falk hatte den geerbten gleichnamigen Stadtplan-Verlag 1995 verkauft und mit dem Erlös in verschiedene unternehmerische Aktivitäten investiert. Die meisten Firmen, an denen Falk beteiligt war, sind mittlerweile entweder vom Markt verschwunden, insolvent oder haben neue Besitzer. Unmittelbar vor Prozessbeginn war durchgesickert, dass Falk offenbar tatsächlich seine Flucht ins Ausland plante. Einen Bekannten in Südafrika soll er in einem Kassiber gebeten haben, ihn bei seinen Fluchtplänen zu unterstützen. (pmz)