Purisms erster Desktop-PC mit Coreboot: Librem Mini in Intels NUC-Format

Nach Notebooks, Smartphones und Servern folgt der erste Desktop-PC von Purism, der eine offene Coreboot-Firmware verwendet und Intels Management Engine umgeht.

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(Bild: Purism)

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Purism hat seinen ersten Desktop-PC vorgestellt, welcher mit einer offenen Coreboot-Firmware samt SeaBIOS anstelle eines Hersteller-UEFIs daherkommt. Zudem hebelt Purism die Intel Management Engine (IME) als mögliches Sicherheitsrisiko aus.

Der Librem Mini ist mit Ausmaßen von 12,8 cm × 12,8 cm × 3,8 cm Intels NUC-Systemen nachempfunden. Im Inneren werkelt der verlötete Prozessor Core i7-8565U mit vier CPU-Kernen, acht Threads (Hyper-Threading), einem maximalen Turbotakt von 4,6 GHz und integrierter Grafikeinheit. Zwei SO-DIMM-Steckplätze unterstützen bis zu 64 GByte DDR4-2400-RAM. Ein M.2-Slot kann mit SATA-6G- und PCI-Express-SSDs umgehen, zudem ist im Gehäuse Platz für einen 2,5-Zoll-Datenträger vorhanden.

An der Rückseite des Librem Mini sitzt auch der Anschluss für das externe DC-Netzteil.

(Bild: Purism)

Peripherie lässt sich über insgesamt sieben USB-Ports anschließen, darunter 1 × USB 3.2 Gen 2 Typ C (10 GBit/s), 4 × USB 3.2 Gen 1 Typ A (5 GBit/s) und 2 × USB 2.0 Typ A. Die Bildausgabe erfolgt wahlweise über HDMI 2.0 oder DisplayPort 1.2. Wer den Gigabit-Ethernet-Anschluss nicht nutzen möchte, kann einen älteren WLAN-Adapter (802.11n) von Atheros dazu bestellen, dessen Ath9k-Treiber zum Linux-Hauptentwicklungszweig gehört.

Bisher testet Purism das Interesse an einem Mini-Desktop-PC mit Coreboot. Sollten die Vorbestellungen die Marke von 50.000 US-Dollar übersteigen, beginnt die Produktion. Für das Barebone-System ruft Purism 600 US-Dollar auf – Arbeitsspeicher und SSDs kosten extra. Wie schon beim Librem Server können Interessenten beim Librem Mini einen USB-Sicherheitsschlüssel (Librem Key) dazu bestellen. Der Hersteller liefert seine Hardware auch nach Europa, allerdings müssen Käufer die Zollkosten übernehmen. (mma)